00:00:00: Vergleiche sind menschlich und oft nützlich.
00:00:03: Warum das in der Trauer nicht so ist, darum geht es heute!
00:00:06: Wir schauen uns drei verschiedene Arten von Vergleichen an und ich sage dir warum ich mir wünsche dass du dich in deiner Trauer Nicht vergleichst.
00:00:18: Hallo und herzlich willkommen bei Bewegtrauern-Bewusstsein für alle die in der trauer feststecken mehr über Trauer und Trauer erfahren wollen und die wieder ein erfülltes Leben mit der Trauer führen möchten.
00:00:30: Ich bin Dr.
00:00:30: Tanja Pistow, selbst Witwe und Weise und ich begleite Trauerende durch meinen neuen körperbasierten Weg.
00:00:37: Schön dass du da bist!
00:00:38: Ich wünsche dir angenehmes zu hören.
00:00:41: Immer wieder höre ich von Menschen die ja entweder zu mir ins Coaching kommen oder mich auch sonst so von ihrer Trauer erzählen das sie solche Sätze hören wie beispielsweise Die Witwe von nebenan, die scheint die Trauer vielleicht da wegstecken zu können, als ich.
00:01:00: Oder ich höre als Satz der Frau aus meiner Trauertruppe geht es noch viel dreckiger als mir oder was ich persönlich gehört habe die Frau von unserem Nachbarn ist erst vor kurzem gestorben doch er geht schon wieder aufs Wein fest.
00:01:18: Es gibt also jede Menge Vergleiche in der Trauer.
00:01:22: entweder machen wir diese Vergleiche selber indem wir uns mit anderen Trauern vergleichen oder die Vergleiche kommen von außen, wo eben andere Menschen, die uns in unserer Trauer mit sich selbst oder anderen Trauerenden vergleichen.
00:01:41: Ja zum Beginn erst mal.
00:01:43: es ist etwas zutiefst menschliches Sich zu vergleichenen.
00:01:49: Es kann hilfreich sein wenn wir uns vergleichenn Zum Beispiel wenn wir als junge Menschen ein Ziel vornehmen, ein Ziel vor Augen haben und dann sagen das will ich auch schaffen.
00:02:02: Das will ich machen!
00:02:06: Ich persönlich habe zum Beispiel immer eine frühere Patientin von meinem Mann vor Augen.
00:02:13: er hat sie mir mal vorgestellt.
00:02:15: da war diese Frau ungefähr Mitte Ende Fünfzig und ich war vielleicht Anfang Dreißig also noch deutlich jünger als heute.
00:02:26: Ja, aber in dem Moment als ich diese Frau gesehen habe.
00:02:30: Als ich mit ihr gesprochen hab, habe ich gewusst wenn ich mal so alt bin also damals kam mir das natürlich schon ja alt vor.
00:02:39: Bin ich ganz ehrlich immer so Anfang dreißig ist.
00:02:42: Dann sind Menschen jenseits der fünfzig kommen einem dann alt vor.
00:02:46: dennoch fand ich diese frau sehr attraktiv ja schön anzuschauen auch und Moment für mich gewusst.
00:02:56: Ich in dem Alter, wenn man jetzt mal Frau X, wenn ich in einem Alter von Frau X bin dann möchte ich so sein wie diese Frau ja so aufrecht und möchte auch so dastehen und ja und zu wirken wie sie damals gewirkt hat.
00:03:14: Und wenn ich mich heute mit der Frau X von damals vergleiche dann würde ich sagen das hat ganz gut funktioniert.
00:03:23: also Vergleiche, die können uns motivieren.
00:03:28: Die können uns antreiben zum gewissen Maß in eine Richtung bewegen.
00:03:33: Ja vermutlich würde das in einem Vergleich der nach oben ausgerichtet ist Fall dieser Vergleich den ich dir gerade von mir genannt habe.
00:03:43: Wenn wir das auf unsere Trauer beziehen dann wäre ein Vergleich nach oben beispielsweise einen vergleich.
00:03:52: Wenn wir jetzt bei unserem Beispiel von vorhin bleiben wollen, dann wäre so ein Vergleich nach oben.
00:03:58: Die Frau von unseren Nachbarn ist erst vor kurzem gestorben doch er geht schon wieder aufs Wein fest.
00:04:07: die Botschaft ist also der macht es gut der Nachbar streng dich an!
00:04:12: Dann gibt's dir auch bald besser und ganz ehrlich in der Trauer.
00:04:20: Meiner Meinung nach soll ich für Vergleiche alles andere als zielführend, ja.
00:04:26: Denn das kann uns total entmutigen und so war es bei mir damals auch gerade in der Trauer wenn wir vielleicht in dem Moment einfach nicht die Energie haben aufentfest zu gehen.
00:04:38: Und ehrlich gesagt ein Jahr nach dem Tod von meinem Mann da war ich auch mal zu nackt ganz tollen, großen Geburtstagsparty eingeladen.
00:04:49: Ich wollte da wirklich hingehen weil ich wusste das ist was ganz Besonderes!
00:04:53: Das ist etwas Einmaliges.
00:04:55: Da kommen spannende Menschen...das ist ein richtiges Event.
00:05:00: also da gibt es Musik und spannenden Menschen und ich habe im Vorfeld dann schon gemerkt kostet mich irgendwie viel Kraft, mich auf diese Party dieses Fest vorzubereiten.
00:05:16: Mir zu überlegen was ziehe ich denn an?
00:05:19: Denn das war so eine Motto-Party!
00:05:22: Wie komme ich denn da hin zu dieser Party und wie wieder zurück?
00:05:26: Und dann eine Stunde vor dem Fest habe ich abgesagt.
00:05:31: Ich konnte einfach nicht hingehen.
00:05:37: einfach nicht geschafft zu einer Party zu gehen und zu feiern.
00:05:43: Und das zu einer Zeit, als für andere Menschen der Tod von meinem Mann schon ja in weiter Vergangenheit zurücklag.
00:05:54: Ich hatte einfach das Gefühl ich kann jetzt nicht da hingehen um mit den anderen Menschen fröhlich sein weil irgendwie macht mich es total traurig weil ich jetzt wieder allein hingehe muss und so ein Moment war wo mir Ja, meine Einsamkeit, mein Alleinsein wieder so bewusst geworden ist.
00:06:11: Und wenn ich mich dann mit dem Mann vergleiche der jetzt viel kürzer als ein Jahr, der schon nach sehr kurzer Zeit wieder auf einen Wein festgeht, dann fühle ich mich als Tanja schlecht.
00:06:24: Ich fühl mich dann als Versagerin weil ich schaff das nicht!
00:06:27: Ich kann mich nicht für die anderen freuen und ich kann mich auch nicht mit ihnen freuen.
00:06:33: traurig und kann nicht feiern.
00:06:35: Neben diesen Vergleichen nach oben gibt es in der Trauer auch die Vergleiche nach unten, wenn wir wieder bei den Sätzen vom Anfang bleiben dann wäre so was wie meine Nachbarin, die leidet noch viel mehr als ich.
00:06:50: also geht's mir doch gar nicht so schlecht.
00:06:53: Und das ist auch ein Satz den höre ich in meinen Coachings auch immer wieder ebenso wie Den Satz, den ich dir jetzt sage Es gibt andere denen geht es noch viel schlechter als mir.
00:07:09: Ja, wenn wir hinschauen und suchen, dann finden wir immer jemanden dem's noch schlechter geht.
00:07:16: Jemandem der durch die Trauer noch mehr ausgebremst ist, jemandem, der noch ärmer dran ist als wir.
00:07:24: Und du merkst schon auch so ein Vergleich nach unten?
00:07:29: Der ist nicht hilfreich!
00:07:32: Wenn man jetzt Von außen drauf schaut, sagen könnte das Vergleiche nach oben hilfreich sein können weil sie uns motivieren.
00:07:42: Mit diesem Ja das will ich auch oder ja da will Ich auch hin!
00:07:46: Dann ist es in der Trauer nicht so und Das kann uns eben eher davon abhalten voran zu schreiten Weil wir das Gefühl haben Ich kann das nie schaffen, vor allen Dingen dann wenn wir gerade in der Trauer feststecken.
00:08:00: Dann können uns solche Ziele viel mehr leben als voran zu bringen und dann fangen wir eben erst gar nicht an uns um unsere Trauer zu kümmern.
00:08:11: Wir stagnieren dann Und dass ist sehr schade.
00:08:17: Bei dem Vergleich nach unten ist es so ähnlich.
00:08:20: Die könnten ja eigentlich gut sein.
00:08:22: Schau mal!
00:08:23: So schlecht geht's dir doch gar nicht Wird's schon irgendwie weitergehen?
00:08:29: Auch solche Sätze und Vergleiche nach unten sind aus meiner Sicht in der Trauer nicht hilfreich.
00:08:35: Im Gegenteil, die mindern unseren Schmerz.
00:08:39: Die reden unser eigenes Leid klein.
00:08:42: Unser schmerzhaftes Schicksal wird klein gemacht.
00:08:47: Und das gefällt mir gar nicht!
00:08:51: Also bitte verstehe mich jetzt nicht falsch wir wollen uns als Trauern denn nicht endlos selbst wie Mitleidung, Klagen und alle schwarz und dunkel sind.
00:08:59: Mir fällt eben nur auf in meiner täglichen Coachingpraxis dass die Menschen, die darauf hinweisen das es anderen noch schlechter geht als ihnen selbst.
00:09:10: Dass sie eben ihr eigenes schweres Los kleinreden und das kann's einfach schwer machen.
00:09:16: Das kann die Trauer noch schwerer machen.
00:09:18: Es kann's schwerer Und das gefällt mir nicht.
00:09:23: Wir dürfen nämlich anerkennen, dass unser Verlust bitter ist und schmerzhaft ist!
00:09:29: Wir dürfen sehen, dass das was wir erleben unfair ist vom Schicksal oder auch einfach nur schlimm, dass es wehtut, dass uns ausbremst... Dass es uns viel schlechter geht als beispielsweise vor einem Jahr, als unser geliebtes Wesen noch gelebt hat.
00:09:49: Nur wenn wir eben das für uns anerkennend dass das ein schweres Schicksal ist, was wir da tragen.
00:09:57: Dann können wir uns auch gut um uns selbst kümmern weil dann sehen wir aha ich darf mich ja mal ausruhen Ich darf mich jetzt auf mich fokussieren muss nicht immer für andere beispielsweise daheim.
00:10:12: Wir dürfen das anerkennen und wir dürfen uns um uns selber kümmern.
00:10:17: Es geht ja immer um die Beziehung zu dem geliebten Wesen, das uns viel bedeutet hat.
00:10:25: Und das ist schlimm!
00:10:27: Denn diese Beziehung die wir hatten, die gibt es heute so nicht mehr und die fehlt uns und das darf auch anerkannt werden.
00:10:37: Das dürfen wir auch selber anerkennen.
00:10:39: Das durften wir auch selbst sehen.
00:10:41: hier fehlt was und das ist schmerzhaft.
00:10:44: Ja und neben diesen Vergleichen nach oben Und nach unten, da gibt es noch eine dritte Form von Vergleich und das ist der Vergleich mit unserem früheren Ich.
00:10:53: Auch hier kann dieser Vergleich mit dem früheren ich auch gut sein Denn zum Beispiel früher hatte ich noch nicht so viel Lebenserfahrung wie heute.
00:11:03: Früher war ich vielleicht auch noch nicht zu gelassen.
00:11:07: Früher habe ich noch nie so belesen Früher wäre ich vielleicht nicht so sportlich.
00:11:12: Also du siehst Diese Vergleiche sind auf vielen Ebenen möglich.
00:11:17: In der Trauer kann auch wieder diese Art von Vergleich mit unserem frühen, ich sehr bitter und entmutigen sein.
00:11:28: Ich denke nur an den Satz meiner damaligen Freundin.
00:11:34: Und damit hat sie gemeint, ich will wieder die fröhliche.
00:11:36: Ich will wieder der leichte Tanja!
00:11:39: Ich will die Tanja, die alles schafft und über alles lacht und einfach weitermacht.
00:11:43: Nicht...ich will nicht so eine Tanja wie verzagt ist, die im Moment keine Perspektive sieht.
00:11:49: Ich wil keine Tanja die wein, da zu
00:11:52: lachen.".
00:11:52: Du merkst schon?
00:11:54: Wenn wir in der Trauer anfangen uns mit der Person zu vergleichen, die wir vorher waren ... ist es meiner Meinung nach gar nicht möglich, denn wir sind einfach nicht mehr die, die wir waren.
00:12:07: So wie das auch Juliana Wette in ihrem Gedicht schreibt – Wir sind nicht mehr Die, wie die wir warnen!
00:12:12: Wir leben jetzt mit der Trauer und das heißt nicht dass wir nie wieder lachen werden oder dass wir für immer perspektivlos auf unser Leben blicken.
00:12:23: im Gegenteil Das ist wieder möglich und dabei helfe ich den Menschen ja auch.
00:12:29: Und ich selbst habe es ja auch geschafft!
00:12:32: Trotzdem werden wir nie wieder ohne die Trauer sein, auch wenn uns oder anderen Menschen das nicht gefällt.
00:12:40: Die Trauer wird uns begleiten – sie ist ein Teil von uns.
00:12:45: Es geht darum mit der Trauer weiterzuleben und zwar ohne uns mit der Person von früher zu vergleichen.
00:12:54: Also zusammenfassend kann man heute sagen nach dieser Podcast-Folge, dass es gar nicht so selten ist das wir in der Trauervergleiche ziehen.
00:13:02: Sei's mit anderen die einen ähnlichen Verlust erlebt haben oder mit früheren eigenen Erfahrungen, die gemacht haben und das können eben Vergleiche nach oben oder nach unten sein.
00:13:13: also beispielsweise die Frau schafft es besser oder früher habe ich das doch auch alles locker hinbekommen muss ich ja jetzt wieder schaffen, kann ich jetzt wieder schaffen.
00:13:24: Und es können auch Vergleiche nach unten sein.
00:13:27: Dem Witwer geht noch schlechter als mir.
00:13:31: Solche Vergleichen können trösten sein meiner Meinung nach sind sie aber eher belassen und erschweren uns das gesunde Voranschreiten auf unserem eigenen Trauerweg.
00:13:39: Vergleiche die können Verbundenheit schaffen weil wir uns ins Verhältnis zu anderen Sätzen etwas Ähnliches erlebt haben.
00:13:50: Immer wieder sage ich, jede Trauer ist einzigartig.
00:13:53: So wie jeder Mensch einzigARTig ist!
00:13:55: Wir können uns nicht vergleichen und das sage ich ja auch immer wieder in meinen Gruppencoachings.
00:14:02: Wir dürfen dort schon gegenseitig unterstützen wir dürfen uns zuhören, wir dürfen da sein für die anderen aber ein Vergleich mit den Anderen... Das ist ja nicht sinnvoll.
00:14:17: Ich wünsche mir für dich, dass du nicht das Gefühl bekommst.
00:14:21: Du müsst es anders oder weniger stark trauern als anders.
00:14:25: Noch mal!
00:14:26: Es ist wichtig zu erkennen, dass jede Trauer einzigartig ist und vergleiche oft keinen wirklichen Aufschluss über die eigene Gefühlswelt geben können.
00:14:35: Die Art und Weise wie wir Menschen mit Verlusten umgehen, die sind individuell – und das sollten wir respektieren und auch für uns als Trauerende selbst respektiert werden.
00:14:47: Wenn du jetzt aber merkst, dass deine Trauer dich so sehr belastet oder so sehr behindert, das du etwas ändern möchtest.
00:14:56: Dann melk dich bei mir und wir finden einen Weg wie ich dich unterstützen kann, dass du da keine Vergleiche brauchst!
00:15:06: Wieder nach oben noch nach unten noch mit deinem Frühling.
00:15:09: Ich freue mich auf Dich So und damit komme ich für heute zum Ende.
00:15:13: Und ich freue mich, wenn wir uns nächste Woche hier im Podcast wieder hören oder auf YouTube wiedersehen.
00:15:19: bis dahin herzliche und bewegte Grüße deine Tanja!
00:15:24: Wenn dir mein Podcast gefallen hat oder hilfreich für dich war dann lass gerne eine Bewertung oder einen Kommentar da.
00:15:29: Damit hilfst du mir weil ich dann weiß wovon du dir mehr wünscht.
00:15:33: aber vor allem Hilfs so anderen Trauerenden die sich auch Orientierung in ihrer Trauer wünschten.
00:15:40: Wenn du mehr über mich um meine Arbeit wissen möchtest, findest du mehr Informationen auf meiner Webseite www.dokta-hannia-pista.de und dort kannst du dich auch für meinen wöchentlichen Newsletter eintragen.
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