00:00:00: Was sollen denn die Leute sagen?
00:00:02: Dieser Satz ist Ausdruck von Gefühlserbschaft.
00:00:06: Gefühlserben sind wir alle, sagt Sven Rode der heute bei mir zu Gast im Podcast ist.
00:00:13: Warum das so ist und was genau ein Gefühlerbe ist darum geht es heute!
00:00:18: Und auch wie wir es schaffen können dass uns unser Gefühleserbe nicht nur belastet sondern im Gegenteil wie Trauer zu einer Kraft für uns und auch für dich werden kann.
00:00:40: Hallo und herzlich willkommen bei Bewegtrauern-Bewusstsein, für alle die in der Trauerfeststecken mehr über Trauer und Trauern erfahren wollen und die wieder ein erfülltes Leben mit ihrer Trauer führen möchten!
00:00:52: Ich bin Dr.
00:00:53: Tanja Pfister selbst Witwe und Weise und ich begleite trauernde durch meinen neuen Körperbasierten Weg.
00:01:00: Schön, dass du da bist.
00:01:02: Ich wünsche dir angenehmes Zuhören!
00:01:04: Ja und gerade hat mich mein heutiger Gast gefragt wie es mir geht?
00:01:09: Wie es mir heute geht und ich bin ehrlich gesagt freudig aufgeregt.
00:01:13: Ich freue mich auf... ...wie ich glaube ein spannendes Interview.
00:01:19: Ich habe mir Fragen überlegt.
00:01:23: Thema beschäftigt, wo wir jetzt gleich einsteigen werden.
00:01:26: Aber zu ersten paar Worte zu meinem Gast.
00:01:29: heute ist Sven Rode hier bei mir.
00:01:32: er sagt über sich ich mag Menschen und bin auf jede und jeden immer wieder neugierig.
00:01:38: Er ist gelernter Journalist selbstständig seit nineteenhundertneinundneunzig und seit zweitausendundsechzehn mit einer eigenen Coaching Praxis.
00:01:48: selbstständiger gibt Workshops zu verschiedenen Themen und hat einen Buch zu seinem neuen Ansatz der Gefühlserben geschrieben.
00:01:58: Herzlich Willkommen Sven!
00:02:01: Hallo Tanja, schön dass du mich eingeladen hast.
00:02:03: Ja schön das du da bist.
00:02:06: ich habe ja dein Buch die Gefühlserb mich halt hier mal in die Kamera für alle die uns auf YouTube zuschauen.
00:02:13: Ich hab es schon länger zur Hausmusik gestehen und habe erst jetzt in der Vorbereitung auf dieses Interview gelesen was wirklich schade ist Weil da so viel drin steckt in diesem Buch.
00:02:25: Magst du uns vielleicht in ein paar Worten erklären?
00:02:28: Ich weiß, es wird schwierig mit ein paar Worte.
00:02:30: Aber vielleicht magst du einfach mal versuchen was Gefühlserben sind oder was Gefühlserbschaft bedeutet.
00:02:39: Gefühlzerben sind wir alle weil wir einfach in einer historischen Linie sind mit unseren Eltern und unseren Großeltern und das Folgen dann wenn wir Kinder haben unsere Kinder.
00:02:52: Das heißt, da gibt es einfach diese Ahnenreihe deren Teil wir sind.
00:02:58: Wir haben natürlich die Idee dass wir so über unser Leben selbst entscheiden und sagen ja das finde ich gut, das finde nicht gut und ich versuche dann so zu handeln wie ich es gut finde Und tatsächlich ist es schon anders.
00:03:12: also wir sind sehr viel stärker von unserer Familie geprägt als uns eigentlich bewusst ist möglicherweise auch als wir mögen.
00:03:21: Handlungen, Einstellungen sind sehr stark vorgeprägt und das heißt nicht dass das immer so bleiben muss.
00:03:30: Das heißt schon auch, dass ich mich davon befreien kann.
00:03:34: aber erst mal ist es so.
00:03:35: wie gehe ich in Beziehung?
00:03:37: Wie gehe ich mit Trauer um?
00:03:39: dazu werden wir heute natürlich sprechen Und all das ist zunächst einmal vor geprägt und Das nenne Ich ein Gefühlserbe.
00:03:51: können wir gucken, was so das die einzelne Gefühlserbschaft ist und dazu werden wir jetzt gleich sicher kommen.
00:03:57: Ja genau also.
00:03:58: vielen Dank Sven.
00:04:00: ich finde es auch besonders spannend natürlich im Hinblick auf Trauer.
00:04:04: Was mich jetzt auch sehr interessiert ist du hast jetzt nicht nur in Anführungszeichen dieses Buch geschrieben dass er auch einen eigenen Podcast und wie ich heute auch gehört habe jetzt auch eine eigene Plattform Die Gefühlerben.
00:04:21: Kommt es denn, dass du dich mit diesem Bereich beschäftigst?
00:04:26: Ja diese Frage habe ich mir auch gestellt.
00:04:29: Habe ich das Thema gefunden oder hat das Thema mich gefunden?
00:04:32: und wahrscheinlich ist es auf eine Weise beides.
00:04:36: Ich hab im Jahr zwei Tausend zwölf einen Zusammenbruch gehabt.
00:04:41: Das war in einem Alter, also da war ich Anfang Fünfzig Und habe dann anschließend festgestellt, dass diese Geschichte sehr viel mehr mit meiner Familie zu tun hat als mir eigentlich bewusst war.
00:04:53: Ich hab dann bin dann eingestiegen in die Recherche der Familiengeschichte und habe da meinen Onkel wieder entdeckt, der neue Zart-IV in Estland als Wehrmachtssoldat gefallen ist.
00:05:07: Dann habe ich diese Geschichte stärker recherchiert.
00:05:09: Wir sind in dann, im Jahr zwei Tausend Sechzehn haben meine älteste Schwester und ich ihn dort am Grab besucht als Erste der Familie nach Zweiund Siebzig Jahren.
00:05:19: Und das heißt hier haben wir schon das erste Phänomen der abgewährten Trauer über dass wir gleich auch noch mal sprechen werden.
00:05:25: Dann habe Ich angefangen das Als Journalist zu dem Zeitpunkt habe ich vor allen Dingen journalistisch gearbeitet, recherchieren hab ein größeres Stück für Psychologie heute über die Kriegsenkel geschrieben.
00:05:35: Also das war quasi mein erster Berührungspunkt mit diesem Thema.
00:05:41: Und ich habe gefragt, was sind denn eigentlich Kriegsenkel?
00:05:43: Das sind die Kinder der Kriegskinder und uns verbinden viele Dinge.
00:05:48: also ich weiß nicht wie es dir geht du kannst wahrscheinlich auch Nenar-Nordon-Norzig Luftballons auswendig mitsingen und Mama Mia von ABBA solche Dinge.
00:05:56: das heißt dass verbindet uns als Generation.
00:05:59: aber es sind eben auch Dinge wie schwierige Bindung zu den Eltern Gefühle von Einsamkeit, Gefühlen von ich bin nicht richtig in meinem Leben angekommen.
00:06:10: Also diese ganzen Phänomene verbinden diese Generation der Kriegsenkel.
00:06:16: und dann habe ich den Gleichnahmigen Verein kennengelernt, bin davorstandsmitglied geworden Und hab' im Jahr zwei Tausend Achtzehn angefangen Workshops zu geben.
00:06:27: Irgendwann habe ich das Gefühl gehabt dieses Thema Kriegsenkel hat sich auf eine Weise Nicht erschöpft, aber es engt den Fokus zu sehr ein.
00:06:38: Weil transgenerationale Übertragung das wäre quasi der Fachbegriff für Gefühlserbschaften betreffen ja nicht nur die Kriegsenkel sondern sie treffen auch die Kinder und Sie betreffend im Grunde genommen alle Menschen.
00:06:51: wir sind alle auf eine Weise geführtserben Und wenn wir jetzt auf Deutschland gucken dann leben mittlerweile ich glaube zwanzig Millionen Menschen in Deutschland die nicht, also die Migrationshintergrund haben der sich nicht auf den Zweiten Weltkrieg bezieht und es hat natürlich eine gewaltige Migrationswelle in der Folge des Zweiten-Weltkriegs gegeben aber anschließend eben auch noch.
00:07:17: Das heißt unsere Realität in Deutschland dass wir hier mit sehr viel mehr unterschiedlichen Gefühlserbschaften umgehen als sie sich zum Beispiel aus der deutschen Geschichte erklären lassen.
00:07:29: das war für mich der Anlass zu sagen Ich möchte den Fokus weiterziehen.
00:07:34: Und da kommt noch ein anderer Aspekt hinzu, dass ich beim Thema Kriegsengel das Licht schon am Wort.
00:07:41: es hat einfach einen negativen Beiklang.
00:07:43: Es bezieht sich immer wieder auf den Krieg und Gefühlserbschaften ist neutral.
00:07:49: Ich kann was Positives erben, ich kann etwas Negatives erben aber wenn ich also mit diesem Begriff umgehe dann bin ich sowohl Biografie der Menschen umgeht, angeht als auch was die Art ihrer Gefühlserbschaften angeht viel weiter und das war mein Impuls.
00:08:09: Und dann habe ich das wie ein neugieriges Hirn, das so macht und auch trainiert als Journalist.
00:08:17: Ich habe viel Forschungsliteratur gelesen, habe viele Experteninterviews geführt und habe einfach das Gefühl, braw!
00:08:24: Das wird immer spannender.
00:08:25: Also je tiefer man einsteigt umso spannender wird es.
00:08:29: Und... ...das hat sich dann im Grunde genommen mehr entwickelt als dass ich es gewollt habe.
00:08:36: Und dann gab's jetzt so das letzte gefühlserben.de in Portal aufzubauen.
00:08:41: Haben wir neun Monate für gebraucht.
00:08:44: Einfach um das nochmal zusammenzufassen.
00:08:46: Und das macht dann auch
00:08:47: Spaß.
00:08:49: Ja wenn man merkt wie aus dem auch Gefühl heraus, da ist ein großes Thema und man beginnt dann sich damit zu beschäftigen.
00:08:58: Und man merkt wie so eins aufs andere sich setzt und es irgendwann so ein rundes Bild ist und den Eindruck habe ich ja bei dir Das werden.
00:09:07: und deshalb freue ich mich so, dass wir heute über dieses Thema sprechen.
00:09:10: Du hast jetzt ja gerade gesagt das Thema weg von den Kriegsenkeln mehr in die Gefühlserbschaft hinein ums Thema weiterzumachen.
00:09:20: Wir werden schon auch ein bisschen den Kriege jetzt hier so streifen und auch das Kriegs-Kriegsenkel... Ich bin ja auch ein Kriegsankel wird mir dann wieder bewusst wenn ich das Buch lese.
00:09:31: soweit ist der Krieg dann nicht weg der Zweite Weltkrieg.
00:09:39: Gleichzeitig wollen wir heute das einengen auf das Thema Trauer.
00:09:44: In einem Buch beschreibst du solche Sätze, die sich in den Sprachgebrauch der Gefüßerbschaft immer wieder aufkloppen und hinter denen was steckt.
00:10:00: Und da sind jede Menge von diesen Sätzen in deinem Buch.
00:10:04: Ich habe jetzt mal drei rausgegriffen und würde dich bitten, die mal einzuordnen im Bezug auf das Thema Gefühlserber in der Sprache für Trauernde.
00:10:19: Ja?
00:10:20: Und da ist jetzt ein Satz mit dem werde ich auch unbewusst immer wieder konfrontiert dass den Menschen sagen Nur wenn ich etwas leiste, bin ich etwas wert.
00:10:34: Ja das ist eine ziemlich tiefe Prägung in vielen Familien wo es Liebe und Anerkennung eigentlich nur gegen Wohlverhalten und Anstrengungen gab und das hat sich dann tief in uns verankert.
00:10:47: und wenn mich erinnere selber wo ich getraut habe Naja, da ist es mit Leisten nicht so leicht.
00:10:57: Also die Energie wird fürs Trauern gebraucht für die Verarbeitung des Verlusts und ich weiß ja auch gar nicht genau wie lange dauert das eigentlich?
00:11:07: Man sagt dann vielleicht ein Jahr aber manchen geht es schneller bei manchen dauert es länger Und in dieser Zeit Mit diesem Leistungsanspruch konfrontiert zu werden von sich selbst nur wenn ich etwas leiste, bin ich etwas wert.
00:11:23: Dann würde das ja bedeuten dass sich in der Trauer quasi weniger Wert binden.
00:11:28: Also da widerspreche ich energisch.
00:11:32: Das wäre ja furchtbar und deswegen ist dieser Satz so bedeutser, dass ich damit umgehen kann und sagen nein mein Wert besteht in meinem Menschsein an sich Dann muss ich mich mit diesem Glaubenssatz, das können wir sicher auch ein Glauben-Satz denn einen Umgang finden und möglicherweise auch erkennen.
00:11:57: Das ist eine Gefühlserbschaft die ich ablegen möchte.
00:12:02: Das aber gar nicht so leicht weil das bemerke ich ja mit den Menschen die zu mir kommen, die sind dann entweder in einem Funktionsmodus und funktionieren nur noch und dann bleibt so wie du schon sagst die Trauer selber.
00:12:13: Die braucht ja Raum, die braucht ganz viel Energie sodass das beides Parallel gar nicht so stattfinden kann.
00:12:23: Ja, ich habe noch einen zweiten spannenden Satz der mir auch immer wieder begegnet in meiner Arbeit.
00:12:31: was sollen denn die Leute sagen?
00:12:36: Was sollen denn diese Leute sagen?
00:12:37: also dieses nach außen muss es eine Fassade geben und was kann das dann in der Trauer heißen als ist dann wirklich auch angemessen trauern, damit alle es sehen.
00:12:51: Auch wenn ich vielleicht diesen dieses Gefühl im Moment gar nicht habe oder muss sich Wenn der Trauerfall lange genug zurück liegt dann sagen so jetzt sollen die Leute auch wieder den ganz normalen Sven vor sich haben.
00:13:12: Ich habe vor, na das liegt jetzt ein paar Jahre zurück.
00:13:15: Ein Porträt eines verweisenden Vaters geschrieben.
00:13:19: Der ist ein Tochter glaube ich mit elf an einem Gehirntumor gestorben.
00:13:23: Es ist eine ganz tragische Geschichte und zu dem Zeitpunkt als wir dieses Gespräch gemacht haben da lag dieser Trauerfall zwei Jahre zurück Und er sah sich immer wieder konfrontiert gerade auch als Mann, gerade auch von Männern so nach der Motto jetzt nützt ja nichts Jetzt muss es ja mal wieder weitergehen und er sagt, die wissen überhaupt nicht wovon sie sprechen.
00:13:47: Das heißt dass ich an dem Punkt eine Fassade präsentieren muss um dann den Erwartungen der Leute zu entsprechen.
00:13:57: das ist ja furchtbar.
00:13:59: aber wenn ich aus der Familie diesen Satz mitbekommen habe was sollen denn die leute denken?
00:14:06: Dann orientiere ich auf die anderen und hab gar nicht die Kapazität um zu schauen, wie geht's mir denn gerade?
00:14:13: Was brauch ich
00:14:14: denn?".
00:14:16: Und ist es okay wenn ich auch zwei oder drei Jahre nachdem meine Tochter gestorben ist in einem Gespräch mit nem Freund oder auch mit dem Kollegen auf einmal in Tränen ausbreche.
00:14:28: Ist das in Ordnung?
00:14:30: Oder muss sich das irgendwie runterkämpfen?
00:14:34: Also ich lade dazu ein mich von diesen Konventionen zu befreien weil es gesünder ist.
00:14:43: Ja, spannend.
00:14:45: Es ist super spannend!
00:14:47: Mir ist jetzt gerade eine Situation auch eingefallen.
00:14:51: natürlich ich spreche ja immer wieder mit den Menschen und wir wissen das Trauer dann plötzlich aufploppt und wir plötzlich in Tränen ausbrechen wo wir es gar nicht erwarten.
00:15:01: Und das Interessante ist ja, also weil wir gerade bei diesen Sätzen sind die wir so mitbekommen als Gefühlserbe.
00:15:10: Bei mir war jetzt so ein Satz er hat nichts mit Trauer zu tun aber einfach mal um es auch noch einmal ein bisschen einzuordnen, so einen Satz was willst du denn überhaupt?
00:15:20: Ja und dann ich habe das Abitur am Genau.
00:15:23: deshalb bin ich ja nicht aus Gymnasium geschickt worden, weil was willst du denn überhaupt?
00:15:26: Obwohl ich die Noten locker gehabt hätte und so weiter.
00:15:30: Und habe dann mühsam am zweiten Bildungsweg studiert und promoviert usw.
00:15:34: Auf dem Weg dahin ist mir ein Deutschlehrer.
00:15:37: Ich muss das
00:15:37: kurz unterbrechen!
00:15:39: Das ist irgendwie Ihre Rente.
00:15:41: Du bist also promovierend aber nach dem Motto also Realschule musst doch wohl reichen.
00:15:49: Du heiratest sowieso mit Zweiundzwanzig.
00:15:52: Das ist doch dann deine Karriere als Frau.
00:15:55: Was für eine Anmarsung!
00:15:59: Ich bin ja aus dem ausgebrochen, aus dem einen.
00:16:02: und aber jetzt weil wir gesagt haben, dass wir tragen das ja mit uns auch wenn wir schon ein Schritt weiter sind, auch wenn die schon dabei sind das Abitur gerade selbst zu machen.
00:16:10: und bei mir war dann die Frage mache ich jetzt Deutsch Leistungskurs oder lieber Französisch?
00:16:16: Oder ich habe halt dann auch mit den einzelnen Lehrer gesprochen.
00:16:20: Ein Lehrer, der Dr.
00:16:21: Huber warte, er liebt leider nicht mehr ganz toller Deutschlehrer und mit ihm habe ich das Gespräch gesucht und hab dann gesagt Herr Dr.Huber, ja glauben Sie dass Deutsch für mich als Leistungskursfach geeignet ist?
00:16:37: Und dann hat er zu mir gesagt oder kommen wir fast wieder die Tränen... Ja!
00:16:40: Für wen wenn nicht für
00:16:42: sie?!
00:16:45: Und dann saß ich da und hab geweint.
00:16:47: Da wusste er auch nicht, ja?
00:16:49: Also du verstehst es jetzt, ich kann's jetzt auch einordnen!
00:16:52: Das kommt natürlich daher... Ja
00:16:55: das ist tatsächlich sehr bewegend wenn wir erkannt werden und dass von Personen die nicht unsere Eltern oder Großeltern sind sondern von anderen, die uns tatsächlich ins Gesicht schauen, die als ganze Person wahrnehmen und auf einmal merken wir Hier ist eine Verbindung da.
00:17:16: Und ich kenne das gar nicht, dass dieses ganz unverstellte Interesse am anderen Menschen andere rührt, dass ihnen die Trennen kommen – das erlebe ich auch oft und das zeigt einerseits den Mangel, den wir dann erlebt haben es zeigt aber andererseits natürlich auch die Fähigkeit, dass wir ja trotzdem in Verbindung gehen können und dass es diese Menschen gibt mit denen wir in Verbindung gehen können.
00:17:45: Und das ist dann ein sehr kostbares Erleben?
00:17:48: Ja, sehr kostbar!
00:17:49: Also vielen Dank nochmal!
00:17:54: An Dr.
00:17:54: Huber!
00:17:55: Genau also toller Mann!
00:17:57: Jetzt waren wir bei den Tränen und einen Satz habe ich jetzt auch noch mal hier mitgebracht.
00:18:03: der lautet immer lächeln aber wie es drinnen aussieht geht niemand etwas
00:18:11: an.
00:18:15: Das ist ja die Frage, gerade wenn ich in der Trauer bin.
00:18:21: Wie werde ich wahrgenommen?
00:18:23: Finden Menschen das ich zu doll trauere und dass sie dann auch genervt sind?
00:18:31: jetzt fängt er schon wieder an zu heulen oder andersherum lächel ich zu früh haben die anderen den Eindruck, dass ich gar nicht angemessen trauerei.
00:18:45: also man Das ist doch erst drei Monate her.
00:18:49: Wieso sinkt der jetzt gerade fröhlich?
00:18:52: Das darf doch nicht sein, das heißt auch hier wieder gehen wir mit Konventionen um die tatsächlich natürlich auch der Forschung dazu was Trauer ist.
00:19:04: da gibt es ja wirklich viel was sehr bedeutsam ist und was Vieles auch in Frage stellt was so an Konvention In den Leuten steckt.
00:19:15: Aber da hinzuschauen, zu sagen wie geht es dir denn gerade und ich erleb dich eigentlich fröhlich?
00:19:31: Bist du tatsächlich fröhliche oder ist das eine Fassade die du nach außen zeigst.
00:19:37: Oder bist du vielleicht in deiner Trauer noch gar nicht angekommen.
00:19:43: Konntest du vielleicht auch die Offenheit zu haben im Gespräch mit jemandem.
00:19:52: Natürlich, das macht man natürlich nicht an der Bushaltestelle ist ja klar.
00:19:57: aber wenn wir in einem vertrauten Gespräch sind dafür offen zu sein und vielleicht auch einfach mal gar nichts zu sagen und einfach mal zuhören.
00:20:11: Dann kommt
00:20:12: Ja, genau.
00:20:14: Aber das ist das Schwierige weil wir ja gelernt haben.
00:20:16: Das kommt vielleicht auch aus dieser Nachkriegsmentalität dass wir immer sofort Lösungen im Parat haben wollen oder auch vielleicht aus diesem Satz den wir uns gerade schon angeschaut haben nur wenn ich etwas leiste bin nicht etwas wert.
00:20:28: nur wenn Ich eine Lösung für ein Problem sofort parat habe dann Bin ich einen angemessener Gesprächspartner.
00:20:35: was ich jetzt auch gerade Spannend fand war diese Fassade.
00:20:39: Die hast du jetzt mehrmals gesagt, um der Fassad haben wir in der Trauer oft zu tun.
00:20:44: die Menschen berichten dann sie setzen wie eine Maske auf oder ne Ritterrüstung mit der Sie in den Alltag hinaus gehen und in deinem Buch habe ich auch diesen Satz gelesen.
00:20:55: Lebensgeschichten in denen sich das unverarbeitete Leid die abgewährte Schuld von Vorfahren auf erschütternde Weise spiegeln gibt es in jeder Generation in jeder Gemeinschaft.
00:21:09: Also zeigt sich das dann eben in diesen Masken, in unseren Rüstungen.
00:21:15: oder wie kann man diesen Satz verstehen?
00:21:18: Also zunächst mal gibt es dieses Phänomen, dass Menschen und auch das aus verständlichen Gründen sich Leid nicht stellen können vielleicht auch weil sie nicht in der Situation sind, weil es um etwas anderes geht oder vielleicht auch weil andere das begrenzen.
00:21:41: Also diese eine Geschichte, die du in deinem Buch beschrieben hast wo deinen Vater ich glaube zwei Wochen vorher gestorben war und musstest wieder in der Schule, in den Unterricht dann habt ihr da irgendeinen modernen Dance aufgeführt.
00:21:58: zu der Kommissar erinnere ich das richtig?
00:22:00: Genau!
00:22:03: Und du... war es auf einmal so erschüttert und hast dich hingesetzt.
00:22:08: Und die Lehrerin hat gesagt, ja also nur weil dein Vater gestorben ist musste er jetzt hier keine extra Wurst braten.
00:22:17: Ich war schockiert!
00:22:18: Also mir kommen jetzt die Tränen wenn ich an diese Situation denke.
00:22:24: das arme Mädchen habe gedacht also wirklich mir so ein schreckliches erleben und dieser Abwehr die die Lehrerin da vorgeführt hat.
00:22:39: Ich kann sein, dass wir zu den Gründen vielleicht etwas später noch kommen, woher das Ulstammen mag.
00:22:46: Aber hier erleben wird, dass Leid nicht verarbeitet werden darf und die Trauer deswegen auch keinen richtigen Raum bekommt.
00:23:01: Und das kann so ein ganz individuelles Erleben sein wie du es hattest?
00:23:06: Vater bei einem Autounfall gestorben ist.
00:23:10: Oder es ist ein kollektives Erleben in einem Krieg oder durch einen Erdbeben, was immer es ist und in diesen Situationen zeigt sich dann bin ich dazu in der Lage ist mein vor allen Dingen meine Umgebung in derlage damit irgendwie ein umgang zu finden der heilsam ist nämlich dieser trauer diese diesem entsetzen der Verzweiflung Raum zu geben.
00:23:40: und ganz oft ist das eben nicht so.
00:23:43: Das muss man auch lernen.
00:23:46: Also es gibt Menschen, die haben so einen ganzen natürlichen Zugang dazu Und es gibt andere Die müssen das lernen.
00:23:53: ich zum Beispiel habe das Lernen müssen.
00:23:54: meine Frau hat mir das beigebracht wie man kontrolliert.
00:23:57: Ich wusste dass nicht.
00:23:58: also ich hab auch eher so das Gefühl gehabt lieber Distanz halten.
00:24:02: das ist aus meiner familiengeschichte gut zu erklären.
00:24:08: Ja, du hast gerade gesagt vielleicht wollen wir auf das Verhalten der Lehrerinnen da mal eingehen.
00:24:12: Ich würde es jetzt aus meiner Perspektive aber auch für die Zuhörerinnen ganz spannend finden.
00:24:19: Wie würdest Du das denn einordnen?
00:24:25: Wann hast Du das erlebt?
00:24:26: Anfang der Achtzigerjahre, wann war das?
00:24:30: Okay wenn wir jetzt zurück rechnen wie alt war die Lehrerin
00:24:36: Alte.
00:24:38: Die waren nicht so alt, aber in dem wenn man zehn ist sind alle über dreißig alt.
00:24:42: für einen vielleicht war die so Anfang Dreißig.
00:24:45: Vielleicht fünfunddreißig?
00:24:49: Aus ihrem Verhalten schließe ich dass sie mit der abgewährten Trauer nach dem Weltkrieg konfrontiert war.
00:24:58: Wenn sie jetzt vielleicht noch einen Namen hatte, der so aus dem polnischen oder tschechischen Sprachraum kommt.
00:25:07: Dann ist sie möglicherweise eine Geflüchtete gewesen oder eine Vertriebene.
00:25:12: das heißt in dieser Generation hat es unglaublich viele Menschen gegeben die eben mit ihrer Trauer über den Verlust daheim hat denn Verluste der Familie Familienangehörige nicht umgehen konnten.
00:25:28: und wenn sie jetzt zum Beispiel zu dem Zeitpunkt ein Kind war, dann hat sie Eltern erlebt die dafür überhaupt keinen Raum hatten wo es einfach nur ums überleben ging.
00:25:39: Und insofern hat sie an dem Punkt gelernt da muss man jetzt hart sein.
00:25:45: Da muss man durch und da hat das ganz offenbar keine Reflektion gegeben.
00:25:54: Zu dem Zeitpunkt wurde vielleicht auch auf der Uni so was noch nicht gelehrt, das wahrscheinlich wurde es nicht geleht.
00:26:01: Wie man denn mit der Trauer von Kindern umgeht und dann hat sie ihr eigenes Programm.
00:26:06: also da ist quasi sind die Schotten runtergegangen.
00:26:10: damit will ich jetzt nichts zu tun haben und Da muss Tanja jetzt durch.
00:26:15: wenn ich hier diese Klarheit vermittle Dann hilft ihr das möglicherweise auch schneller damit klarzukommen dass das kompletter Unsinn ist.
00:26:23: das wissen wir.
00:26:25: Da kommt man nicht schneller durch, sondern es entsteht ein Trauma.
00:26:30: Das ist ja ein traumatisches Erleben das du da hattest und mir tut das im Herzen weh immer noch.
00:26:39: Das sind schlimme Erfahrungen Und da merkt man dann wie die abgewährte Trauer aus vorigen Generationen in das heutige Leben hineinspielt wirklich zu einem Gefühlserbe wird.
00:26:58: Du hast jetzt etwas vollkommen anderes daraus gemacht, du hast dich nämlich in dieses Thema hinein begeben mit einer bewundernswerten Konsequenz auch, ich finde das ganz toll und daraus so viel gelernt und gibt es jetzt anderen weiter.
00:27:17: Das heißt also daran kann man dann sehen, man kommt schon über weg ist nicht leicht und keine Ahnung wie viele Therapie Stunden es waren wie viele Verzweiflungsanfälle dazu auch gehört haben, aber wir können das überwinden.
00:27:32: Aber da wo wir es nicht überwenden wird zum Gefühlserbe und dann wird einfach durchgetragen Schmerztrauerverlust.
00:27:42: Da müssen wir durch Alexander und Marguerite Michelich haben in den ich glaube sechsundsechzig ist das Buch entschieden die Unfähigkeit zu trauern die Unfähigkeit der deutschen Gesellschaft mit dem Umgang, mit dem Holocaust und diesen ganzen Erfahrungen rund um den Krieg wo das beschrieben ist.
00:28:07: Ja also wenn man dein Buch liest es ja schon auch noch mal harte Tobak auch wenn man sich das nochmal so klar macht.
00:28:15: ich meine ich kenne ja auch diese Erzählungen von den Menschen die sagen unsere Lehrer waren alle noch Nazis.
00:28:25: Ja, weil der Apparat ja gar nicht ausgetauscht wurde.
00:28:27: Das beschreibst du auch in deinem Buch und das wurde dann einfach so selbstverständlich hingenommen und die konnten ... Die waren bestimmt auch von einer großen Frustration.
00:28:42: Ihr Weltbild ist ja nicht aufgegangen
00:28:43: usw.,
00:28:45: sind die dann auf die Kinder losgelassen worden.
00:28:48: Und da ging es bestürmt worden... In diesem Spruch
00:28:51: gelobt sei was hart macht!
00:28:54: Ja, so ein richtig schöner Nazi-Spruch.
00:28:57: So einen richtig schönen Nazi-Spur?
00:28:59: Ich habe auch so einen Impeto aber ich anscheinend habe mich schon länger nicht mehr verwendet weil er mir gar nicht so schnell von den Lippen geht.
00:29:11: ja was dich nicht umbringt.
00:29:13: Ist du noch härter?
00:29:15: Ja genau.
00:29:15: also deshalb immer durch immer weiter machen.
00:29:22: Also was wäre bei mir das Schlimme dann auch war, ist ja dass meine Mutter mir nicht zur Hilfe gekommen ist.
00:29:28: Ich bin danach zu ihr und sie hat ja auch nichts gemacht.
00:29:31: Und Jahre später hat sie gesagt ich konnte einfach dieser Lehrerin nicht gegenübertreten.
00:29:37: Aber was ich halt gelernt habe für mich in meiner Trauer vielleicht tatsächlich – ich muss hart sein!
00:29:43: Vielleicht ist die Lehrerin mir da so… unausgesprochen mitgegeben hat.
00:29:49: Ich bin allein mit meiner Trauer, ich darf nicht weinen, das sowieso nicht und ich darf mir auch keine Hilfe suchen oder ich brauche gar nicht erst nach Hilfe schauen weil die gibt es
00:30:01: nicht.".
00:30:03: Und das ist ja genau das wie du sagst wo ich jetzt ein Schritt weiter bin und dass er auch meine große Botschaft an den Menschen, wo wir vielleicht heute noch gemeinsam dazu beitragen können wenn in uns diese Trauer, die verändert mich oder die kommt nicht raus.
00:30:18: Oder irgendwas stockt da in mir oder irgendetwas ist da was ich nicht so einordnen kann.
00:30:23: Dann dürfen wir uns Hilfe suchen oder uns auf den Weg gegeben beispielsweise mit dir gemeinsam mal schauen woher könnte das denn kommen?
00:30:31: Oder mit mir eben über den Körper dann herausfinden wo stecken denn die Emotionen fest
00:30:39: und
00:30:39: die Trauer.
00:30:45: Und aus diesen wirklich toxischen Konventionen sich befreien.
00:30:54: Das ist toxisch.
00:30:56: Toxische Konvention, und du schreibst ja auch in deinem Buch Gefühlserbschaften – nennen wir oft auch Traditionen!
00:31:06: Und die Traditionen und Konventionen sind ja auch sehr, sehr nahe.
00:31:10: Max, nackst du das darauf vielleicht nochmal eingehen auf diese Konventionentraditionen?
00:31:15: Und was die mit dem Gefühl ist er will zu tun
00:31:17: haben?
00:31:17: Also Tradition... Das ist ja positiv konnotiert!
00:31:25: Wenn man sagt war uns in der Familie singen alle gern oder wir können gut feiern oder wir sind reise lustig Das würde man dann eine Tradition nennen.
00:31:40: Und das ist im Grunde genommen natürlich auch nichts anderes als ein transgenerationaler Übertragung, weil ich habe es in der Familie gelernt und möglicherweise machen das schon verschiedene Generationen so.
00:31:53: Mein Großvater war selbstständiger Anwalt.
00:31:56: Mein Vater war Selbständige Handelsvertreter.
00:31:58: Ich bin wie du ja vorhin erzählt hast seit Neuzebneunund neunzig selbstständig.
00:32:02: Das heißt die Unsicherheit mit einer Selbstständigkeit einhergeht Der können wir irgendwie umgehen.
00:32:10: Das haben wir beigebracht bekommen, ohne es eigentlich zu merken.
00:32:15: Das würde ich eine Tradition nennen und von daher gibt es natürlich auch die ganzen positiven Gefühlserbschaften.
00:32:25: musikalisch sein erfinderisch gerne in Theaterspielen solche Dinge Kreativität oder besonders akribisch, so ein wissenschaftlicher Zugang zu Dingen.
00:32:42: Da gibt es ja ganz viel was ausgesprochen positiv ist.
00:32:45: Natürlich ist das auch eine Gefühlserbschaft und das ist das Wichtige dass wir den Blick für beides haben, dass wir einerseits das Leid sehen und würdigen müssen Und auf der anderen Seite sehen Ja aber meine Familie hat mir auch positive Dinge mitgegeben selbst wenn es mehr im Moment schwer fällt das zu würdigen.
00:33:09: Ich habe mittlerweile glaube ich so hundertfünfzig Workshops gemacht, seitdem ich damit angefangen hab sehr viele Menschen kennengelernt und die meisten haben auch ein gewisses Leid mit ihrer Familie.
00:33:24: Das ist natürlich auch auf der Impuls um in einen Workshop oder in Coaching zu kommen.
00:33:28: Das heißt meine Wahrnehmung ist dadurch aus ein bisschen verzerrt weil diese... naja zu mir kommen eben die Leute, wenn sie ein Problem haben.
00:33:38: Was sollen Sie sonst beim Coach?
00:33:41: Und wir würden schon etwas einfallen was wir auch machen können.
00:33:44: aber das ist halt häufig der Anlass und das heißt dass negative erleben mit der Familie steht ganz oft im Mittelpunkt und Wenn ich ein negatives Bild von meiner Familie habe dann möchte Ich natürlich auch gar nicht so gerne zugestehen dass sich von denen aber auch anderes vererbt habe.
00:34:04: Ich möchte mich ja eigentlich abgrenzen.
00:34:07: Und wenn ich aber das Leid gewürdigt sehe, mein eigenes Leid würdigen kann und auch von mir jetzt als Coach erlebe der erkennt das auch an.
00:34:22: Das ist möglicherweise das erste Mal dass jemand sagt was du da erlebt hast war schlimm und es tut mir leid dann kommen übrigens auch oft trennen.
00:34:36: Wenn das gewürdigt ist, dann merkt man auf einmal okay.
00:34:41: Es gibt auch das andere und Dann geht quasi der der fokus auf und dann kann ich mich auf eine viel umfassendere Weise auch mit meinem gefühlserbe Verbinden dann auch verbinden
00:35:00: dass es Sehr schön, wie du das gerade beschrieben hast.
00:35:04: Du hast es gleich auf meine nächsten beiden Fragen auch noch geantwortet weil du das ja auch in deinem Buch schreibst ist es leid gewürdigt und betraut.
00:35:16: dann entstehen neue Möglichkeiten.
00:35:18: und da sage ich immer zu den Menschen hol die Trauer zu dir Mit der Trauer weiterleben.
00:35:26: Nicht wegschieben, nicht unter den Decke, nicht die Fassade und hier Brudels sondern in dem Moment wo wir das selbst anerkennen oder dann eben zusammen mit einem Coach oder vielleicht auch in einer Gruppe gemeinsam Dann kann da tatsächlich was ganz Neues entstehen.
00:35:46: Ja ja Und wo du sagst die Gruppe Ich habe die Erfahrung gemacht dass es in der Gruppe tatsächlich noch mehr Bedeutung hat.
00:35:59: Also das ist eine Erfahrung aus den vielen Workshops, die ich gemacht habe gleich in der Einstiegsrunde.
00:36:05: wenn die Menschen so erzählen wir ein bisschen jetzt hier dann kann man sehen wie die Gesichter aufgehen Erzählt einer oder einer und man sieht die anderen.
00:36:16: da kommt so eine Verblüffung hoch.
00:36:18: du erzählst ja meine Geschichte Und dann gibt es schon mal die Erfahrungen.
00:36:26: Ich bin offenbar doch nicht der Alien, für den ich mich immer gehalten habe.
00:36:30: Diese seltsame Gestalt und wo möglicherweise auch die Eltern gesagt haben Ja du bist ja... Du bist falsch!
00:36:38: So wie du das machst ist es nicht richtig.
00:36:41: Und auf einmal stellen wir fest Ah, du machst es ja genauso Und du?
00:36:49: Und ganz offenbar entsteht hier eine Verbindung.
00:36:52: Also ich habe daraus den leicht scherzhaft gemacht.
00:36:56: Ich hab eine hohe schwarze Schafedichte.
00:36:58: in meinen Workshops, Leute die irgendwie das Gefühl hatten sie waren in ihrer Familie nicht wirklich integriert.
00:37:06: Irgendwie haben Sie sich auch fremd gefühlt Auch in der Gruppe einsamen.
00:37:12: Das passiert ja natürlich in so einer Familie wo alle wegschauen.
00:37:17: wenn man dann der oder Die erste ist die mal hinschaut Das ist ja dann gleichzeitig auch ein Angriff auf die Fassaden der anderen Menschen.
00:37:28: Und natürlich sind wir dann die schwarze Schafdee, der plötzlich ausbrechen und sagen ich will da jetzt mal hinschauen was war denn da überhaupt?
00:37:37: oder so glatt wie hier alles aussieht?
00:37:41: War das ja gar nicht!
00:37:42: Und ist es bis heute nicht?
00:37:45: Genau und da ist die Erfahrung mit meinem früh verschraubenden Onkel auch mein Zugang zu diesem Thema der abgewährten Trauer gewesen, weil ich habe meinen Vater nie über seinen... es war auch noch sein Zwillingsbruder.
00:38:01: Ich hab ihn nie über seinem Zwillungsbruder sprechen hören.
00:38:05: Es war schließlich so dass ich dessen Namen gar nicht mehr wusste.
00:38:11: also Kurt, Onkel Kurt und er war einfach weg.
00:38:18: Es gab ein Foto, das hing bei meiner Großmutter im Wohnzimmer.
00:38:23: Das war so'n Schmiedeiserner Rahmen mit einem Foto eines Wehrmachtssoldaten vorne so einen Kerzenhalter dran geschmietet und diese Kerze brannte immer.
00:38:34: Aber also Zufrieden sah auf dem Foto auch nicht aus.
00:38:40: Und dann dieser eigenartige Inszenierung.
00:38:44: Ich fand es ein bisschen gruselig und habe aber nie gefragt Und das ist auch ein ganz typisches Thema.
00:38:53: Wir fragen nicht, weil es so eine Intuition gibt.
00:38:59: Das könnte Papa wehtun und ich möchte ja meinem Vater keine Schmerzen bereiten.
00:39:05: Ich möchte meine Mutter nicht traurig machen und auf die Weise sage ich eben nichts und gehe aber mit dem Gefühl um... Hier gehe ich nicht rein und das verbindet sich dann mit meiner Wahrnehmung für Trauer insgesamt.
00:39:28: Das ist, da halte ich lieber Abstand.
00:39:32: Ich habe meinen Opa den Vater meiner Mutter sehr geliebt.
00:39:39: Ich war nicht bei dessen Beerdigung mit.
00:39:42: Ich hab irgendwie zu Hause gehockt.
00:39:44: es gibt also ein dumpfes Bild dass es mir gar nicht gut gegangen ist.
00:39:49: die waren einfach bei der Beerdigung und ich saß in meinem Zimmer, habe im Kaufmannsladen gespielt.
00:39:59: Ich kann es dir nicht genau sagen.
00:40:01: Jedenfalls war es so ein dumpfes Gefühl aber das ist mir Jahrzehnte später erst wieder aufgegangen.
00:40:10: Ich würde jetzt aus meiner Erfahrung heraus sofort fragen ja hättest du denn mitgehen dürfen?
00:40:18: Ich kann mich zum Beispiel erinnern.
00:40:22: Einer meiner Großväter ist ja gestorben, als ich fünf Jahre alt war.
00:40:25: also meine Großeltern sind ja auch schon alle früh verstorben mit einer Ausnahme.
00:40:31: und als ich Fünfer ist mein Großvater gestorbt und ich wollte mit zur Beerdigung.
00:40:35: und da hat man zu mir gesagt das nix für Kinder und dann musste ich zu Hause bleiben.
00:40:41: Es war auch nicht kein gutes Gefühl, weil man merkt als Kind da passiert ganz viel.
00:40:46: Das ist jetzt nicht ein Tag wie jeder andere.
00:40:49: Man möchte damit und dann darf man es nicht.
00:40:53: Ich kann mich nicht daran erinnern ob ich wollte.
00:41:00: Ich war vergleichsweise braver so und vielleicht habe ich gleich empfunden das wollen die nicht.
00:41:07: und dann frage ich auch nicht Ich kann es dir nicht sagen, meine Erinnerungen an meine Kindheit sind sehr lückenhaft.
00:41:15: Ja genau und das ist immer gleich bei dem nächsten Thema wenn wir uns um unsere Trauer oder eben um unsere Gefühlserbschaft wirklich kümmern.
00:41:24: Wenn wir diejenigen sind, die da mal hinschauen und ich sehe mich mit der Fassade zufrieden geben dann kümmern wir uns über uns.
00:41:32: Du hast vorhin gesagt, mal schauen wie geht's mir eigentlich?
00:41:37: Und was ja noch viel wichtiger ist, wir kümmern uns ja um die, die dann nach uns kommen.
00:41:42: Um unsere Kinder und unsere Enkel.
00:41:45: Ja, das ist sehr bedeutsam!
00:41:49: Ich habe außerordentlich profitiert von einem langen Gespräch, der sich mit einem wunderbaren Familientherapeutin hatte.
00:41:55: Professor Wolf Ritscher, der auch viel so in der Erinnerungskultur gemacht hat war leider eines Jugendprogramms mit der Gedenkstätte in Auschwitz.
00:42:11: Also ein außerordentlich positiver Mann und er sagt jede Generation kann ihren Beitrag dazu leisten, dass wir die Last, die es in der Familie gibt
00:42:30: auch
00:42:30: aus der Familie wieder nicht entfernen, aber sie integrieren.
00:42:36: Es geht nicht darum da etwas zu entfernen sondern es geht darum einen Umgang damit zu finden.
00:42:42: weil wenn wir den Umgang zum Beispiel mit Traumataar finden dann gibt es ja so ein Phänomen das heißt posttraumatisches Wachstum.
00:42:49: Das heisst ich bin auf einmal in der Lage Dinge die vorher durch das Trauma blockiert waren und dass Trauma überwunden zu haben ist eine eigene Ressource.
00:43:04: wenn ich erlebe, dass in einer Familie Probleme gelöst werden dann lerne ich auch als erkind.
00:43:12: Ach so geht das!
00:43:14: Da bin ich meiner Mutter sehr
00:43:15: dankbar.
00:43:16: Meine Mutter war eine ziemlich aufgeregte Person.
00:43:21: die Älteren unter uns kennen wahrscheinlich Ingemeisel.
00:43:23: noch stellt euch meine Mutter vor wie Ingemaisel und die machte sich ständig irgendwie Sorgen und war aufgeregt hatte so ein bisschen was Flattern des.
00:43:38: Aber dann, wenn es schwierig wurde, dann wurde die ganz klar und dann ging es einfach darum.
00:43:45: So jetzt machen wir das, jetzt machen da das Und nur hat sie dann.
00:43:49: Jetzt konnte ich viel besser als mein Vater.
00:43:52: So hat die dann die Familie durch solche krisenhaften Zuspitzungen durchmanifriert.
00:43:59: So mache ich das auch.
00:44:00: Ich habe das von meiner Mutter gelernt.
00:44:04: Auch das ist ein Gefühlserbe.
00:44:08: Schön, schönes Gefühlserbe!
00:44:11: Du beschreibst ja in deinem Buch auch verschiedene Formen der transgenerationalen Übertragung also dieses Gefühlerbes und die wichtig sind auch bei der Entwicklung unserer Persönlichkeit wie wir werden wer wir sind im Bezug auf dem Umgang mit Beerdigungen beispielsweise, oder so wie du es von deiner Mutter gelernt hast, Fischrott durch die Dinge durchzugehen.
00:44:38: Und du beschreibst da auch dass das einen sehr großen Einfluss auf unsere Persönlichkeit hat.
00:44:47: wenn unsere Bezugspersonen Trauer, Schuld oder eben auch Traumata nicht verarbeitet und stattdessen abgespalten haben also die sozial sind Kann sich das, obwohl das Kind gesund ist auf das Kind übertragen?
00:45:08: Magst du uns das kurz beschreiben wie es passiert.
00:45:14: Das gehört jetzt tatsächlich zum komplexesten was in dieser transgenerationalen Übertragung passiert.
00:45:21: Es gibt fünf Wege wie das passiert.
00:45:24: Also wir haben einmal gibt es die Gene also dass ich einen Havux habe wie mein Großvater und meinen Vater, das ist einfach genetisch geprägt.
00:45:34: Dann gibt es die Epigenetik.
00:45:36: Das heißt die Art und Weise, wie Gene aktiviert werden oder nicht?
00:45:40: Also zum Beispiel, es gibt ein Gen für Resilienz und mir kann also übertragen worden sein dass das Resilience-Gen aktiviert ist weil meine Eltern auch resilient waren oder sie waren emotional sehr belastet, hatten vielleicht ein posttraumatisches Belastungs-Syndrom.
00:46:00: Dann kann dieses Resilienzgehen in mir nicht aktiviert sein.
00:46:05: Das ist jetzt sehr holtschnittartig formuliert.
00:46:07: ich bitte um Entschuldigung und Biologen.
00:46:09: Für
00:46:09: den Podcast hier ist es vollkommen in Ordnung.
00:46:13: Und dann gibt es vorgebotliche Erfahrungen.
00:46:17: das heißt der Stress denen die Mutter während der Schwangerschaft empfindet überträgt sich unmittelbar auf das Ungeborene und dessen Stressverarbeitungssystem wird quasi kalibriert.
00:46:31: Man kann es ungefähr so sagen, dass das Ungebirne erlebt.
00:46:36: Da draußen ist es gefährlich in der Welt weil meine Mutter hat oft Angst und ist aufgeregt.
00:46:43: Das hat zum Beispiel was mit dem Cortisol-Spiegel zu tun also ein biologisches Phänomen.
00:46:48: Und dann gibt es diese frühen Bindungserfahrungen, wenn ich auf die Welt gekommen bin im Grunde genommen vom ersten Tag an.
00:46:54: Wie wird denn mit mir umgegangen?
00:46:57: Gibt es eine sichere Bindung?
00:46:59: Kümmert sich jemand um mich, wenn das mir nicht gut geht.
00:47:03: Wenn ich Hunger hab', wenn ich Schmerzen hab'.
00:47:05: Wenn die Windel voll ist oder die Zähne kommen und ich schreihe, wenn Ich Angst habe?
00:47:14: nachts kommt jemand oder kommt niemand.
00:47:18: Diese Erziehung der Nazi-Zeit, ein berüchtigtes Buch Johanna Haare Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind das bis in die achtziger Jahre verlegt wurde.
00:47:30: Das hat Millionen von Kindern einen Bindungs- und Entwicklungstrauma verpasst.
00:47:39: nach der Uhr füttern alle vier Stunden.
00:47:43: Und da wo ich umsorgt werde, wo meine Bedürfnisse wahrgenommen werden.
00:47:50: Da lerne ich meine bedürfnisse zählen etwas.
00:47:53: und da wo Ich schreihe und irgendwann aufhöre zu schreien weil jedes kind hört irgendwann aufzuschreien Da merke ich meinebedürfnis erzählen nichts.
00:48:05: Und dieser zusammenhang prägt sich tief ein.
00:48:10: und so gibt es dann auch den umgang mit trauer Erlaubt sich meine mutter zu weinen Und zwar nicht indem sie mir einen Vorwurf macht, weil das ist was anderes.
00:48:25: So nach dem Motto Junge jetzt hast du mich aber traurig gemacht, jetzt hast Du mich zum Weinen gebracht dann lerne ich Ich darf meine Mutter nicht belasten oder ist sie einfach traurisch und kommt mit dieser Trauer aber auch selber klar.
00:48:38: also legt sie nicht auf mich Erlebe ich dass mein Vater weiden darf?
00:48:44: Oder ist es so?
00:48:45: Männer dürfen das nicht.
00:48:47: natürlich bin ich so aufgewachsen Mein Vater war zum Beispiel nicht bei der Beerdigung seines ältesten Bruders, weil die Trauer in der Familie um Onkel Kurt, um seinen Zwillingsbruder nie Raum haben durfte.
00:49:06: Das hat unser Leben mein ganz persönliches Leben auch mehr geprägt als vieles andere.
00:49:13: Weil es keinen Raum dafür gab dass da einen grauenhaften Verlust gegeben hat das ein Mensch mit nicht mal zweiundzwanzig gestorben ist und eine Lücke in der Familie entstanden ist, die kein Thema sein durfte.
00:49:30: Und wo dann alle Beteiligten große Sorge haben wenn dann der ältere Bruder jetzt auch viele viele Jahrzehnte später zu Grabe getragen wird dass dann all das ich beschreibe das ja immer wie unter dem Beton denke diese diese Trauer die wir nicht da haben wollen das aber dann in dem Moment weil auf so einer Beerdigung Da wissen alle, warum wir da sind.
00:49:53: Da wissen wir das alle traurig oder die meisten traurigs sind, die da sind, weil wir einen Menschen verabschieden den wir uns jetzt in der Form nie wieder begegnen wird.
00:50:03: und da ist eben diese große Sorge.
00:50:05: wenn ich da jetzt hingehe... Dann platzt diese mühsam hier unten gehaltene Trauer, wo ich nicht nur den Betondeckel hab, sondern vielleicht noch Verstrebungen kwerfen, damit der Jan nicht sagt.
00:50:18: Dann wird das aufplatzen und da haben die Menschen die große Sorge und dann kollabiere ich selbst auch komplett.
00:50:26: Da wird nichts mehr
00:50:27: gehen.".
00:50:28: Genau!
00:50:29: An
00:50:30: der anderen Seite wird es so heilsam da gemeinsam auf einer Beerdigung, gemeinsam zu weinen und die Tränen gemeinsam zuzulassen.
00:50:37: Ja
00:50:38: genau ich kann schon verstehen wie's meinem Vater gegangen ist.
00:50:43: aber naja das ist im Grunde genommen das Drama der Familie Rode.
00:50:49: aber das ist nur eins von vielen Millionenramen die sich einfach in dieser Gesellschaft abgespielt haben und weiterhin abspielen weil eben so viel nicht verarbeitet wurde.
00:51:01: Und da sind wir ja schon bei dem nächsten Thema, die fünfte Form dieser transgenerationalen Übertragung.
00:51:06: soweit du bist jetzt nicht gekommen, weil du ja da eingehakt hast.
00:51:10: Das ist ja die Prägung durch das Kollektiv und da zittierst du den Schriftsteller WG Sebald der in einem seiner Bücher davon spricht dass es eine sogenannte Zeitheimat gibt also Die große Rolle die spielt Wann wir aufwachsen, dass es vollkommen unterschiedliche Welten sind.
00:51:32: Und ich sehe das ja schon allein bei meinen Kindern und mir.
00:51:35: Meine Kindheit war ja vor thirty-fünf Jahren vorher was ganz anderes.
00:51:40: Das lässt sich eigentlich nicht vergleichen auch wenn wir immer wieder anfangen im Kopf oder vielleicht manchmal auch vor den Kindern.
00:51:46: Bei mir wäre das aber so nicht gegangen!
00:51:49: Meine Frage ist jetzt glaubst du das auch?
00:52:04: Wahrscheinlich ist es so, aber ich habe keine bündige Antwort darauf.
00:52:09: Also die Zeitheimat der Nachkriegszeit war im Grunde genommen ein weitgehendes Verbot von Trauer.
00:52:24: man musste überleben Man musste sich Essen besorgen, man musste irgendwie für Wohnungen sorgen und man musste das Land wieder aufbauen.
00:52:36: Und dafür wurde die Energie gebraucht, dann stand sie für Trauern nicht zur Verfügung beziehungsweise die Trauer wurde abgewährt damit die Energie dort nicht hinfließen konnte.
00:52:55: Das hat nicht nur diese Generation geprägt sondern auch die generationen die drauf folgende generation.
00:53:04: irgendwann ist natürlich diese Zeit des Krieges und der Nachkriegszeit, das Holocaust auch das Entsetzen darüber.
00:53:14: Was haben die Deutschen da eigentlich gemacht?
00:53:17: Und welcher entsetzliche Verlust ist dem Land auch zügefügt worden?
00:53:24: Haben wir dem Land und unserer Gemeinschaft zugefügt?
00:53:29: Ist es in den Hintergrund geraten?
00:53:33: aber dieses kämpferische dieses Jahr, da muss man halt durch.
00:53:41: Das hat es schon lange gegeben und insofern trauern meine Kinder anders.
00:53:52: Sie haben bisher wenig Anlass dazu gehabt.
00:53:55: Insofern kann ich das gar nicht genau sagen.
00:53:59: also bei der Beerdigung meines Vaters meiner Mutter waren die dabei.
00:54:11: Ich glaube, sie war nicht so angefasst wie ich.
00:54:14: Wir hatten auch keine enge Beziehung zu denen.
00:54:19: Ich glaube insgesamt sind wir schon weicher geworden aber ob wir das wirklich sind zeigt sich dann im Grunde genommen erst wenn die Verluste erleiden müssen, die ich ihnen jetzt gar nicht wünschen möchte.
00:54:37: Nee, das wünschen wir niemand.
00:54:38: Das hat ja auch letztens wieder eine meiner Klientinnen gesagt.
00:54:41: ich hätte nicht gedacht dass es so schlimm ist zu trauern was Trauer so schlimm isst.
00:54:46: und da sind wir auch bei einer Sache die du auch erwähnest die Bagatellisierung Die Bagatellisierung von dem Gefühlserbe aber auch in der Trauer.
00:54:56: kennen wird es wenn dann Menschen kommen eben die dann so lösungsorientiert sind Und was eine Lösung bieten wollen wenn sie uns als Trauer entgegen überstehen und dann sagen Ja, das wird schon nicht so schlimm werden jetzt beispielsweise auf der Beerdigung oder das schaffst du schon.
00:55:11: Oder das Leben geht weiter.
00:55:13: Das sind doch solche Sprüche die wir da hören.
00:55:16: was denkst Du denn welche Folgen?
00:55:19: Solche Sprüchen wie das ist auch nicht so Schlimm.
00:55:21: Das schaffste schon für Trauerende haben können.
00:55:25: also wenn ich das höre werde ich wütend.
00:55:28: Also wenn ich höre dass andere die Not anderer bagatellisieren dann werd Ich wütemt weil Das ist richtig schlimm.
00:55:38: Jemanden seine Gefühle abzusprechen, zu sagen dass die nicht angemessen seien.
00:55:48: Das ist purer Egoismus!
00:55:51: Wenn ich erlebe das du verzweifelt bist und sag ach komm Tanja Du weißt doch es geht vorbei und es wird schon auch nicht so schlimm sein.
00:56:00: Und mach doch was schönes gönn dir mal ein Wellness Wochenende oder so Dann geht es ja Mir nicht um dich, sondern es geht mir um mich.
00:56:10: Ich möchte nicht dass deine trauer mich belastet Also ich schieb sie weg.
00:56:16: das ist der impuls die bagatellisierung ist.
00:56:19: sonst Habt ich das gefühlt?
00:56:21: Ich müsste ja irgendwas tun und ich weiß nicht was sich tun kann.
00:56:26: So sind wir geprägt auch aus der familien natürlich dass Es immer eine lösung geben muss.
00:56:33: deswegen finde ich auch übrigens diese mindset kultur so grauenhaft Nicht nur, aber vor allem grauenhaft.
00:56:41: Weil ich suggeriere mir dass es alles okay ist und das sich hier gerade wieder etwas lernen darf.
00:56:51: Nein!
00:56:52: Ist es schlimm?
00:56:53: Es ist einfach schlimm Und dass jemand anderes das dann erlebt und damit nicht umzugehen weiß Okay Aber dann soll er mir doch nicht erzählen dass es nicht schlimm sei.
00:57:05: Er hat ja keine
00:57:06: Ahnung.
00:57:10: Entweder sagen, ich weiß nicht wie ich damit jetzt umgehen soll.
00:57:14: Ich bin auch ratlos.
00:57:16: also sich ehrlich machen oder er soll einfach da sein und mir ein offenes Herz geben.
00:57:28: Also das war eine sehr schöne Worte und ich glaube dass ich da viele Menschen gerade von dir sehr gut abgeholt fühle mich selbst auch gerade weil ich erlebe Abschiedsmärz bezüglich meines Teenagers des älteren Sohnes, der langsam hinaus in die Welt geht.
00:57:51: Und da erlebe ich auch das steht jetzt an in den nächsten Monaten und dann merke ich auch dass da eine gewisse Trauer kommt.
00:57:58: ja Ich weiß es ja, ich kann's ja einordnen!
00:58:01: Ich weiß einfach, es gibt eine Phase unseres Zusammenlebens unseres Familien Lebens, in der wir es bisher hatten.
00:58:10: Das wird sich verändern und ich habe das jetzt auch gerade letztens angesprochen im Freund gegenüber und hab gesagt Ich merke einfach im Moment, ich muss mich um meine eigene Trauer jetzt grad kümmern weil er ist dann ab August weg mein Sohn.
00:58:26: Und dann kommt als Antwort naja aber da kommt ja immer wieder Und das ist genau das, wie du es gerade beschüttest.
00:58:32: Ich habe mich jetzt gerade von dir in so einer schönen Hängematte... Ja!
00:58:36: Das ist nicht das was mich weiterbringt in dem Moment sondern da wäre es viel wichtiger dass da jemand einen Arm nimmt und sagt ja, da geht eine wichtige Lebensphase jetzt zu Ende und da darf man auch mal traurig sein.
00:58:56: Wir sehen das schon bei sowas vermeintlich kleinem Widersohn geht jetzt hinaus in die Welt.
00:59:02: Und bei Trauer dann auch, also deshalb vielen, vielen Dank für deine Worte Sven.
00:59:10: Gerne, gerne!
00:59:14: Mir werden eine ganze Menge wirklich schrecklicher Geschichten erzählt bis hin zu sexualisierter Gewalt, die Menschen in ihrer Kindheit oder Jugend erfahren haben.
00:59:26: und wenn ich dann einfach sage oh das tut mir leid.
00:59:32: Dann kommen den Leuten, die trennen und nicht selten höre ich.
00:59:38: Das hat mir übrigens noch keiner gesagt.
00:59:42: Und dann denke ich ist doch nicht schwer.
00:59:46: Genau das wollte ich auch gerade sagen.
00:59:49: Das ist überhaupt nicht schwer.
00:59:51: oder einfach mal...und selbst wenn es einem schwer fällt zu sagen Es tut mehr Leid für dich, es tut mehr leid für sie So wie wir es vorhin gesagt haben, einfach mal schweigen und da sein.
01:00:01: Nicht sofort die Lösung sondern einfach mal das was gesagt wird dem einfach meinen Raum zu geben ist da sein zu lassen.
01:00:09: oder wenn man sich gut kennt oder das Gefühl hat Man ist sich nahe genug die Person einfach mein Arm zu nehmen Da muss man gar nichts sagen.
01:00:17: weiter
01:00:19: Ja Und auch fragen möchtest du in einem genommen werden?
01:00:23: also nicht einfach tun weil vielleicht dieser Mensch eher das Gefühl, nee ich möchte lieber eine Distanz aber anbieten.
01:00:33: Möchtest du in Namen genommen werden?
01:00:35: Ja
01:00:35: genau.
01:00:36: Ah
01:00:39: ja also ein wunderschönes Gespräch ist es hier mit dir Sven.
01:00:43: Eine Frage habe ich noch zum Abschluss weil du auch sagst Trauer ist eine Emotion der Veränderung und für mich klingt es ja positiv.
01:00:55: Klar, nach dem Verlust verändert sich alles.
01:00:58: Durch die Trauer um den Menschen entsteht eine riesige Lücke in unserem Leben und die Traur verändert dann zusätzlich viel und doch steckt da ganz viel in dieser Emotion der Veränderung.
01:01:15: Viel Positives!
01:01:17: Wie siehst du das?
01:01:20: Wenn ich trauere... Und diesen Verlust, diesen Abschied wirklich nochmal durchlebe.
01:01:32: Also das kommt ja auch in Phasen.
01:01:35: Dann hat man so das Gefühl jetzt geht's wieder und dann merkt man vielleicht ein paar Wochen später, oh nee, hier kommt gerade noch mal wieder was... Vielleicht werde ich zwischendurch wütend, dass ich jetzt alleine bin?
01:01:55: dass ich jetzt weise bin.
01:01:59: Ich bin zwar schon über fünfzig, aber trotzdem bin ich jetzt weiße und merke auf einmal oh!
01:02:09: Und wieso hast du mich alleine gelassen?
01:02:12: Dann werde ich wieder traurig.
01:02:15: Wenn ich dem Raum gebe dann spüre ich irgendwann so... Jetzt habe ich es leidlich verarbeitet.
01:02:29: quasi ein, jetzt ist er wirklich etwas zum Abschluss gekommen und in der Bewältigung dieser Trauer ist mir möglicherweise auch eine Kraft zugewachsen.
01:02:41: Also gerade da wo Eltern gestorben sind zu merken okay Jetzt bin ich der nächste in der Linie Und wenn das wirklich an mir angekommen ist Ich habe jetzt vielleicht auch ne andere Verantwortung im Familiensystem.
01:03:02: Jetzt bin ich derjenige, kann hier Verantwortung auch nicht mehr weiterdelegieren.
01:03:09: Sondern... Ich bin es, der sich zu kümmern hat.
01:03:13: emotional und in dem ich diese Trauer durchlebt habe ist mir hoffentlich auch diese Kraft dann zugewachsen Und dann kann ich mich in dieser neuen Rolle auch richtig fühlen!
01:03:33: Dieser Prozess ist außerordentlich wertvoll.
01:03:36: Also, nein es ist nicht vergnügungssteuerpflichtig!
01:03:40: Es ist wirklich nicht und das kann sehr, sehr schlimm sein und ich will das alles nicht kleinreden und auch nicht nach dem Motto naja wenn du es hinter dir hast dann wird das alles irgendwie besser sein.
01:03:52: Das stimmt ja möglicherweise gar nicht.
01:03:54: vielleicht empfinde ich diesen Verlust immer aber er bestimmt möglicherweise und hoffentlich nicht mehr mein gesamtes Lebensgefühl.
01:04:06: Darin ist mir dann eine Kraft zugewachsen, mit der ich weitergehen kann.
01:04:12: Weil das es eine Erfahrung je älter wir werden kommen möglicherweise mehr Todesfälle auf uns zu alleine weil wir alle Älter werden und dass dann ist und Ich werde irgendwie einen Umgang damit finden Naja was heißt müssen Es wäre hilfreich einen gefunden zu haben sage ich mir so
01:04:34: Ja Also man kann sich auch die Trauer nicht vorbereiten, das hab ich ja bitte lernen müssen.
01:04:40: Wir können nicht sagen, ich mach jetzt hier mal einen Workshop und dann bin ich in Zukunft für alle meine Trauerfälle gewappnet weil jeder Verlust ist individuell.
01:04:48: Jeder lässt vielleicht unterschiedliche Gefühlserbschaften in uns anklingen, die wir so ja vorher gar nicht so banal auf dem Schirm hatte aber die einfach nie eine Rolle gespielt haben in unserem Leben.
01:05:01: damit bin ich ganz oft konfrontiert Dass die Menschen dann sagen, ich wusste gar nicht dass das überhaupt in meinem Leben noch eine Rolle spielt.
01:05:09: und jetzt durch die Trauer kommt es wieder hoch.
01:05:11: Und da sehe ich auch eine große Chance weil jetzt haben wir dann die Gelegenheit da mal hinzuschauen.
01:05:18: natürlich wenn der Verlust nicht eingetreten wäre hätte man da gar nicht hinschauen müssen weil es keine Rolle gespielt hätte.
01:05:28: Also ich sage dann schon, dürfen wir diesen Aspekt von unserer Persönlichkeit doch noch mal kennenlernen.
01:05:34: Weil der spielt ja immer auch eine Rolle in unserem Verhalten, in unseren Leben.
01:05:40: Ja vielen Dank für diese schöne Schlusswort von dir jetzt!
01:05:47: Wir bekommen Kraft durch Trauer.
01:05:49: das finde ich ein richtig schönes Bild.
01:05:51: Ich habe mir hier so ein paar Notizen parallel gemacht was ich jetzt aus unserem Gespräch mitnehmen.
01:05:58: Also ganz wichtig nochmal der Trauerraum geben, das sage ich ja selbst immer aber auch noch mal im Hinblick auf die Trauer, die da ist, die im Raum ist und die vielleicht gar nicht einmal mit meiner eigenen Trauer zu tun hat sondern als Kriegsenkel irgendwie in Verbindung mit den Gefühlen der vorhergehenden.
01:06:23: Und dann fand ich auch nochmal ganz, ganz wichtig im Zusammenhang gerade mit dieser Fassade über die wir jetzt ja an mehreren Stellen gesprochen haben.
01:06:33: Mit der Ritterrüstung und der Maske, die wir als Trauerende aufsetzen, dass uns erlauben da mal hinzuspüren wie geht's mir denn damit?
01:06:46: Da sich diese Maske aufsetzt oder das alle anderen die Masken aufhaben?
01:06:50: Und dann eben in dem zweiten wichtigen Schritt hast du gesagt, was brauche ich denn?
01:06:58: Also erst mal hinspüren.
01:06:59: Wie geht es mir gerade?
01:07:00: und dann, was brauch' ich denn wirklich?
01:07:02: Und manchmal hinter all den Fassaden, all den Masken haben wir das ja verlernt – und das ist jetzt auch nochmal ein Punkt, der in dem Gespräch glaube ich noch einmal deutlich geworden ist!
01:07:12: Wir dürfen uns dann auch... Hilfe holen und wir dürfen auch rausfinden, welche Hilfe da die geeignete für uns ist.
01:07:19: Ja vielleicht gehen die Menschen zu dir in den Workshop, vielleicht kommen sie zu mir, vielleicht gehen sie zu einem Psychologen um herauszufinden was brauche ich denn?
01:07:28: Also viele Menschen können gar nicht sagen wie geht es mir denn gerade?
01:07:32: Wir haben das verlernt.
01:07:34: Und was du auch gesagt hast dem Leitstellen, auch die Menschen, die denken sie können es nicht.
01:07:43: Es gibt da Mittel und Wege wie wir das machen können und ganz wichtig für mich war auch dieser Satz jede Generation kann ihren Beitrag leisten.
01:07:57: also dass wir da auch das nochmal ja vielleicht ermutigt ist noch mal die ein oder andere Person auch das was ich da mache mit meiner Trauer oder auch mit meinem Gefühlserbe mit mir zu tun, weil ich mich dann vielleicht anders fühle oder mich anders kennenlerne.
01:08:14: Ich mach das aber gleichzeitig für die anderen Menschen in meinem Umfeld auch vor allen Dingen für meine Kinder, für meine Enkelkinder und ich finde es ist doch was wir gerne machen möchten dass sich die Kinder eben anders fühlen wenn da mal ein Trauerfall ist oder ja eine Krisekrise im Leben.
01:08:36: Das wird die Trauer nicht ab Werten.
01:08:39: Möchtest du noch was ergänzen, Sven?
01:08:43: Nein!
01:08:44: Das hast Du wirklich sehr schön zusammengefasst und ich glaube... Wir haben es.
01:08:56: Ja, dann hammer's so weit!
01:09:00: Für alle die sich interessieren für dich und deine Arbeit ich verlinke natürlich hier unten in den Show Notes Deine Webseite des neue Pottal, dein Podcast, dein Buch das ich ja allen empfehlen würde mal zu lesen In einer ruhigen Minute oder vielleicht auch in ein paar Etappen Und dann könnt ihr dir heute hier zuhört euch einfach auch mit dem Thema Beschäftigung vielleicht herausfinden wo es dich vielleicht auch betrifft.
01:09:29: Ja, und dann würde ich jetzt zum Ende kommen von der heutigen Folge und ich freue mich wenn du oder die jetzt hier mir gerade zuhört oder zuschaut nächste Woche hier im Podcast wieder rein hört.
01:09:40: bis dahin herzliche und bewegte Grüße deine Tanja und
01:09:47: Sven!
01:09:48: Ich danke dir für dieses wunderbare Gespräch Tanja.
01:09:51: Vielen Dank Sven Ja, und wenn dir mein Podcast gefallen hat oder hilfreich für dich war dann lasst gerne eine Bewertung oder einen Kommentar da.
01:09:59: Damit hilfst du mir weil ich dann weiß wovon du dir mehr wünschst.
01:10:03: aber vor allem hilf so anderen Trauerenden die sich auch Orientierung in ihrer Trauer wünschen.
01:10:08: Wenn du mich über meine Arbeit wissen möchtest dann findest du mehr Informationen auf meiner Webseite www.doctaminostania-pfister.de und dort kannst du dich auch für einen wöchentlichen Newsletter eintragen!
01:10:21: Und du findest mich, und Sven dich ja übrigens auch auf den sozialen Medien, auf Instagram, Facebook und LinkedIn.