00:00:00: Wann hast du zum letzten Mal um jemanden geweint und dich dafür geschämt?
00:00:05: Heute geht es um eine Form der Trauer, die nicht immer überall anerkannt ist.
00:00:10: Die Trauer – um ein geliebtes Tier!
00:00:22: Hallo und herzlich willkommen bei Bewegtrauern-Bewusstsein für alle, die in der Traur feststecken mehr über Trauer und Trauren erfahren wollen und die wieder ein erfülltes Leben mit der Trauer führen möchten.
00:00:36: Ich bin Dr.
00:00:37: Tanja Pfister, selbst wird mir weise und ich begleite trauern dir durch meinen neuen Körper.
00:00:42: Passiert ein Weg.
00:00:43: schön, dass du da bist!
00:00:44: Ich wünsche dir angenehmes
00:00:46: Zuhören!".
00:00:48: Auf das Thema der heutigen Folge würde ich diese Woche gleich mehrmals gestoßen von außen sozusagen und zwar zum einen indem ich gefragt wurde sag mal Tanja Können so dir auch Menschen kommen, die um ein Tier trauern?
00:01:06: Und da kann ich natürlich nur antworten.
00:01:08: Na klar!
00:01:09: Wenn du hier schon länger zuhörst dann weißt du das auch dass es für mich ja keine Hierarchie in der Trauer gibt.
00:01:16: Meine Definition von Trauer ist wir traueren immer dann wenn wir etwas uns lieb gewonnenes verloren haben und ganz oft kann unser Liebstes ein Tier sein.
00:01:30: Ja, und ich arbeite auch regelmäßig mit Menschen die beispielsweise ein Hund oder einem Pferd.
00:01:36: Oder eine Katze verloren haben und merken dass sie das Gefühl haben Sie müssten sich für ihre Trauer schämen Und das ist bitter.
00:01:48: Das finde ich schlimm.
00:01:52: Ich hab... Ich bin ganz ehrlich und offen Mit dir in mir selbst auch so'n paar widersprüchliche Aspekte.
00:02:02: ja in meiner Lebensgeschichte so kann man sagen heute habe ich da keine widersprüchlichen aspekte mehr aber das war nicht immer so.
00:02:10: zum beispiel ganz kurz nachdem mein vater gestorben ist, da war ich damals zehn jahre alt.
00:02:15: Da ist die katze vor meiner klassenkammerer Radin gestorgen und für das Mädchen war es natürlich ganz ganz schlimm.
00:02:25: die hat bitterlich geweint um ihre Katze.
00:02:32: Ich kann mich bis heute daran erinnern, weil ich auch dieses Gefühl von damals noch kenne.
00:02:40: Weil ich mir gedacht habe naja das war ja nur eine Katze und ich wusste auch die hatte noch drei oder vier andere Katzen.
00:02:48: am Land war es früher so.
00:02:50: vielleicht ist auch heute noch so dass man da viele Katze hat aber das war halt die Lieblingskatze der Familie.
00:02:56: Aber ich hatte halt das Gefühl Naja, es ist jetzt eine von deinen vielen vielleicht war's deine liebste Katze gestorben.
00:03:02: Aber doch nicht dein Papa!
00:03:04: Das kann doch gar nicht so schlimm
00:03:06: sein.".
00:03:07: Ja zu meiner Entschuldigung kann ich sagen damals da war ich ja noch ein Kind und parallel in den tiefsten Schmerz um meinen Vater Und ähm...ja Ich habe aber auch ne andere Erfahrung gemacht in die andere Richtung und zwar war das wiederum kurz nach einem Verlust und nämlich kurz nach dem meinem Mann gestorben ist, da war ich in einer Trauergruppe.
00:03:33: Und in der Trauer Gruppe da war auch eine Frau die hat um ihren Hund getraut und sie hatte es auch ganz offen erzählt weil das war so ne Art von Trauer-Gruppe wie du es vielleicht auch kennst.
00:03:45: jeder erzählt wen oder was er verloren hat und was gerade ganz besonders schlimm ist.
00:03:53: In meiner Arbeit übrigens ist das ja nicht so, vor allen Dingen in den Gruppen nicht.
00:03:57: Da muss niemand sagen warum er oder sie trauert oder um wen er oder Sie trauern sondern bei mir geht es immer darum was es heute gerade besonders schwer.
00:04:08: Natürlich darfst du sagen um wen du trauerst aber du musst es eben nicht.
00:04:12: Das ist mir ganz wichtig wie übrigens generell meine Arbeit.
00:04:16: Du musst da gar nichts machen Du darfst.
00:04:21: Du bist eingeladen, aber du musst nicht darüber
00:04:25: sprechen.".
00:04:26: Damals in dieser Gruppe hat die Frau dann eben von ihrem Hund erzählt und wir anderen hatten halt unsere Männer verloren.
00:04:40: Aber am meisten geweint hat tatsächlich die Frau mit dem Hund Und ich war mir irgendwie sicher, dass ich die dann wiedersehen würde.
00:04:50: Aber in der nächsten Sitzung ist sie nicht mehr aufgetaucht und irgendwann ist sie mir auf der Straße begegnet und habe sich gefragt, sag mal warum kommst du denn nicht mehr?
00:04:59: Und da hat sie geantwortet Ich hab mich so deplaziert gefühlt Tanja das war ja nur mein Hund, der da gestorben ist.
00:05:08: Da hab' ich auch zu ihr gesagt Man merkt doch, wir merken doch wie sehr du trauerst.
00:05:14: Dann bist Du doch in der Trauergruppe genau richtig!
00:05:18: Aber heute da weiß ich warum sie nicht mehr gekommen ist.
00:05:22: Sie hat sich für die Trauer um ihr Tier geschämt.
00:05:27: Also du siehst.
00:05:27: Ich kenne beide Seiten.
00:05:31: und Heute würde ich immer sagen So wie ich es am Anfang ja auch noch mal betont habe Jede Trauer ist Trauer Und sie steht gleichwertig neben der anderen Trauer.
00:05:42: genauso wie es keine Unterschiede geben darf, wenn wir um einen alten Menschen trauern.
00:05:47: Wenn wir um kranke Menschen trauen Es geht ja immer um die Beziehung, die wir zu dem Liebewesen hatten und nicht wie altkrank oder eben ob ein Tier war.
00:06:00: Es geht da um unseren Schmerz, um unsere Trauer.
00:06:05: Ja und dann möchte ich jetzt mit dir zusammen nochmal diesen Satz anschauen Es war doch nur ein Hund.
00:06:13: Ja, und da kann ich noch eins sagen dieser Satz der tut richtig weh denn es war eben nicht ein Hund!
00:06:21: Es war mein Hund Und ich habe in einer der letzten Folgen schon mal dem Begriff aberkannte Trauer verwendet This and Franchised Grief und das ist diese Art der Trauer die von anderen Menschen teilweise gar nicht wahrgenommen wird, aber eben vor allen Dingen nicht anerkannt ist.
00:06:45: Dein Umfeld erkennt die Trauer nicht an und das ist bitter!
00:06:51: Und dadurch fühlst du dich natürlich besonders allein.
00:06:55: Ich persönlich glaube dass ich heute kein Haustier habe und auch die letzten Jahre keins hatte weil es für mich als elfjährige ganz schlimm war Hund zurück ins Tierheim gebracht hat, nachdem sie ihn kurz nach dem Tod meines Vaters geholt hatte.
00:07:15: und zwei Jahre später wird der Hund zurückgebracht oder nicht mal ganz zwei Jahre later.
00:07:22: Das war wirklich sehr, sehr bitter für mich und halt auch traurig.
00:07:26: und da war ich halt auch allein mit der Trauer weil meine Mutter gesagt hat es muss jetzt sein, dann muss jetzt weg und vielleicht gab's sogar rationale Gründe dafür.
00:07:36: Aber da haben wir ja wieder diese Diskrepanz zwischen Kopf und Herz.
00:07:40: Für mich war es einfach schlimm, das war mein Freund der Hund.
00:07:45: Und zwei Jahre später wird dann auch noch unsere Katze in den Himmel befördert, so sage ich jetzt mal!
00:07:53: Ich erspare dir jetzt wie man das damals auf dem Land gemacht hat.
00:07:56: Ja, das waren noch eine andere Zeit... Für mich was Schlimmer ist das zum einen gesehen habe und es war keine sehr liebevolle Art und Weise, wie die Katze aus dem Leben geschieden ist.
00:08:09: Und für mich war das halt ein weiterer Freund.
00:08:13: Die Katze war damals glaube ich dreizehn oder vierzehn Jahre alt also so alt wie ich fast ja.
00:08:21: Also vielleicht bin jetzt auch mit den Jahren ein bisschen durcheinandergekommen gekommen.
00:08:24: Vielleicht war's auch nochmal eine oder zwei Jahre später auf jeden Fall was auch kurz in dieser Zeit Spanne und die Katze war gefühlt immer da gewesen für mich.
00:08:35: Und ja, das ist einfach bitter wenn kurz nach dem Tod des Vaters erster Hund weggegeben wird... ...die Katze in den Himmel entlassen wird dann fehlen da zwei Lebewesen, die einfach immer da waren.
00:08:55: Die haben mich nicht verurteilt, wenn ich geweint habe nicht da beispielsweise im Zimmer mit der Katze saß, die gestreitelt hab und die Träne geflossen sind.
00:09:05: Da hat sie geschnurrt.
00:09:07: ja und bei langen Spaziergängen mit dem Hund wenn ich dem dabei von meinem Papa erzählt habe, da hat er zugehört auch wenn ich die gleiche Geschichte schon zehn mal vorher erzählt habe das sind einfach so treue Gefährten unsere Tiere.
00:09:23: Und ich glaube als die beiden Tiere dann weg waren, da habe ich innerlich gegenüber Tieren zugemacht.
00:09:30: Weil ich ja damals auch schon erkannt hab dass eben der Verlust von ihrer geliebten Katze auch schlimm war.
00:09:42: also das ist ja oft so.
00:09:44: es gibt diesen Spruch den habe ich ja auch in meinem Buch zitiert von Goethe man sieht nur was man weiß.
00:09:52: Ja, man erkennt halt oft auch das Leid der anderen Menschen erst wenn man darüber Bescheid weiß und ich will ja hier mit diesem Podcast auch ein bisschen aufklären.
00:10:00: Wenn wir jetzt also momentiert trauern dann ist diese Trauer um das Tier oft zusätzlich erschwert nämlich dann wenn wir das Tier einschliefern müssen weil dann sind ja wir diejenigen die über Tod und Leben entscheiden und viele Menschen Stellen Sie sich dann hinterher die Frage und grübeln da auch drüber nach.
00:10:24: War das denn jetzt zu früh der Moment oder haben wir das Datum zu spät gewählt?
00:10:30: Hätte ich das merken müssen, hätte ich da mehr spüren müssen, hätt ich mehr wahrnehmen können.
00:10:34: Also hier geht es um das Thema Schuld als Teil der Trauer.
00:10:39: Die kann sehr, sehr hartnäckig sein und sich auch über die Trauer drüber legen und dadurch die Trauer erschweren.
00:10:46: und wenn du mehr zu diesem Thema hören möchtest, zu dem Thema einschlefern dann hör dir doch das Interview mit Karen Gold an.
00:10:55: Ich verlinke dir die Folge mit dem Interview mit Karin Gold in den Show-Nords.
00:11:03: Ja schlimm bei der Trauermentier ist es auch dass wir plötzlich in unserem Alltag, in unserem täglichen Leben, in unseren Tagesablauf eine große Lücke haben.
00:11:15: müssen beispielsweise den Futternapf nicht mehr füllen, nicht mehr reinigen und nicht mehr wegräumen.
00:11:22: Und früher sind wir vielleicht jeden Tag um acht Uhr gassi gegangen oder um achtzehn Uhr zu unserem Pferd gefahren.
00:11:29: Und jetzt gibt es zu diesen Zeiten für uns nichts mehr zu tun!
00:11:35: Also du merkst Tiere strukturieren unseren Alltag und plötzlich fehlt da diese Struktur.
00:11:45: Ganz oft ist uns das vorher gar nicht so bewusst und wird dann eben umso schmerzlicher tut noch viel mehr wehre, wenn das Tier da nicht mehr teils.
00:11:58: In der Trauer im unser geliebtes Tier kommt dann bei vielen auch irgendwann die Frage auf darf denn ein neues Tier kommen?
00:12:09: Also meine Antwort auf die Frage kennst du schon aber wer weiß vielleicht ändert sich das irgendwann mal wieder.
00:12:18: Andere Menschen gehen ja ganz anders damit um.
00:12:20: Auch ich kann da noch wieder Karin Golds erwähnen, die hat das wie ich finde sehr gut gelöst, nämlich schon zu Lebzeiten ihres alten Hunderts, hat sie sich einen Jungen dazu geholt.
00:12:33: Denn die Frage nach dem neuen Tier ist... Also da brauchen wir für uns selber auch ganz viel feinen Gefühl, weil wir wollen ja den Wert unseres vorherigen Gefärbten jetzt nicht schmälern.
00:12:50: Wir wollen ihn nicht einfach ersetzen, denn natürlich die Tiere sind jetzt auch nicht ersetzbar genauso wie Menschen.
00:12:56: und noch schwerer ist es natürlich durch unser Umfeld, weil da hören wir hier ganz oft – vielleicht hast du den Spruch auch schon gehört?
00:13:03: Vielleicht auch schon mal gesagt!
00:13:06: Hol dir doch eine neue Katze, neuen Hund.
00:13:10: Ich kenne da jemanden, der hat ein Pferd, möchtest du das haben?
00:13:14: Ja.
00:13:15: Bevor es jedoch soweit ist dass wir uns Gedanken machen ob wir neues Tier in unser Leben holen müssen wir erst mal von einem alten Tier verabschieden.
00:13:25: und auch bei diesem Punkt dann merkt man wieder wie wenig Raum die Trauer um Tiere in unserem Leben hat, den unserer Gesellschaft hat.
00:13:35: Denn beispielsweise Abschiedsrituale für Tiere sind in unserer Gesellschaft überhaupt nicht verankert.
00:13:42: Manchmal sind wir dann vollkommen überfordert wenn unser geliebtes Tier stürmt.
00:13:47: soll das Tier denn jetzt im Garten beerdigt werden oder holt es jemand von der Tierbestattung ab?
00:13:53: darf man dieses oder jenes überhaupt?
00:13:56: und ich habe ja schon zu Beginn der Folge gesagt dass sich diese Woche zweimal mit dem Thema Verlust eines Haustiers konfrontiert war und das zweite Mal war, als ich bei meiner Osteopathin war.
00:14:10: Also ich kümmere mich auch gut um mich ein.
00:14:14: einer dieser Aspekte ist dass ich immer mal wieder zur Osteopathin gehe die sich dann auch gut über meinen Körper kümmert Und diese Woche war es eben so also ich zu ihr gekommen bin.
00:14:25: da hat sie zu mir gesagt Tanja Ich habe heute ganz viel Zeit und als ich nachgefragt hab Warum?
00:14:34: Da hat sie gesagt, unsere Katze ist gestern gestorben.
00:14:38: Und ich habe heute alle Termine abgesagt nur den mit dir nicht weil ich weiß dass du mit mir mit fühlst.
00:14:49: Ja also zum einen habe ich mich damit meiner Arbeit und meinem Sein sehr wertgeschätzt gefühlt und zum anderen habe ich sie auch bewundert dafür das sie da so feinfühlig mit sich selbst auch umgeht.
00:15:06: Sie hat mir erzählt, dass die tote Katze ... Die war sehr, sehr krank nach dem sie eingeschliefert worden ist noch eine Nacht in der Wohnung bleiben durfte.
00:15:19: Das wusste sie vorher nicht das es geht ich übrigens auch nicht.
00:15:23: und zu konnten sich aber alle Familienmitglieder in der für sie eigenen Zeit nochmal von der Katze verabschieden.
00:15:32: Weil bei kranken Tieren ist es ja so ähnlich wie bei kranken Menschen, die wir pflegen.
00:15:37: Wir verbringen mit denen viel mehr Zeit als mit gesunden Tieren oder auch mit gesundem Menschen.
00:15:45: Die strukturieren unseren Alltag noch viel mehr und dadurch wird die Lücke umso größer.
00:15:52: Und hier war's jetzt aber so dass jeder die Katze nochmal berühren konnte sich nochmal an die schönen Zeiten erinnern konnte und auch dass sie noch mal gemeinsam darüber sprechen konnten, sich Fotos nochmal anschauen.
00:16:07: Und ich finde das ist das Mindeste was so ein treuer Lebensfreund wie unser Tier verdient hat.
00:16:15: Denn wenn wir ehrlich sind wer kennt uns denn am besten?
00:16:19: Ich bin mir sicher die eine oder andere Person die hier jetzt zuhört wird spontan sagen mein Hund als ehrliche Antwort oder eben meine Katze meinem Pferd Und ich wünsche mir, dass auch die Trauer und Tiere mehr Anerkennung findet.
00:16:35: Die darf genauso sein wie die Traur um einen Menschen!
00:16:41: Um es jetzt am Ende noch mal zu betonen natürlich darfst du mit der Trauer um dein geliebtes Tier zu mir kommen.
00:16:50: Denn anders als damals als zehnjährige hast Du mein vollstes Mitgefühl.
00:16:57: So und damit komme Für heute zum Ende und freue mich, wenn wir uns nächste Woche hier im Podcast wieder hören oder auf YouTube wiedersehen.
00:17:06: Bis dahin herzliche und bewegte Grüße deine Tanja!
00:17:12: Wenn dir mein Podcast gefallen hat oder hilfreich für dich war dann das gerne eine Bewertung oder einen Kommentar da.
00:17:18: damit hilfst du mir weil ich dann weiß von Du Dir mehr wünscht.
00:17:22: aber vor allem Hilfs so anderen Trauern die sich auch Orientierung in ihrer Trauer wünschen.
00:17:28: Wenn du mehr über mich und meine Arbeit erfahren möchtest, findest du mehr Informationen auf meiner Webseite www.bewegt-trauern.de Und da kannst du dir auch meinen kostenlosen wöchentlichen Newsletter mit Informationen und Tipps und allen Veranstaltungen mit mir kohlen!
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