00:00:00: Monatelang hat ein Satz in meinem Kopf gewohnt.
00:00:04: Ich muss stark sein!
00:00:05: Ich habe diesen Satz geglaubt, jeden Tag aufs Neue und erst viel später hab ich gemerkt wie sehr mich dieser Satz beim Trauern ausgebremst hat.
00:00:16: Und darüber spreche ich heute über Gedanken und zwar sechs konkrete Denkenmuster die sich zwar wie Fakten anfühlen wenn wir trauen die aber keine sind was helfen kann, diese Denkmuster leiser zu stellen.
00:00:34: Ja und bevor es losgeht noch ein Hinweis auf mein Webinar das jetzt schon in wenigen Tagen stattfindet nämlich am fünftzehnten Oktober um neunzehn Uhr am Donnerstag allein gelassen mit dem Schmerz wenn da nur die Trauer und du sind da wird's bestimmt auch um deine Gedanken Gehen, die finden im Webinar auch ihren Platz.
00:00:59: Komm dazu am Donnerstag, der Oktober.
00:01:04: Alle Infos findest du in den Schornots.
00:01:16: Hallo und herzlich willkommen bei Bewegtrauern-Bewusstsein für alle, die in der Trauer feststecken mehr über Trauer und Trauern erfahren wollen und die wieder ein erfülltes Leben miter Trauer führen möchten!
00:01:30: Ich bin Dr.
00:01:30: Tanja Pfister selbst Witwe und Weise und ich begleite Trauerende durch meinen neuen Körper basierten Weg.
00:01:37: Schön, dass du da bist!
00:01:39: Ich wünsch dir angenehmes
00:01:40: Zuhören!".
00:01:42: Ja wie gut erinnere ich mich an diese schlimmen Tage.
00:01:47: Oft waren es die Feiertage als ich mir gedacht habe schon wieder ein Weihnachten um und meine Trauer hat sich nicht verändert oder?
00:01:57: Schon wieder Ostern und das Leben ist nicht leichter geworden, Schon wieder ein Trauerjahr vorbei und der Beschmerz ist noch genau so wie am Anfang.
00:02:10: Es hat sich nichts verändert!
00:02:12: Ich dachte dann immer, hier müsste doch schon viel weiter sein.
00:02:17: Sollte ich doch eigentlich schon längst viel leichter anfühlen?
00:02:21: Ich sollte mich viel besser fühlen, es sollte mir viel besser gehen.
00:02:27: Wie gut, dass ich in der Zeit eine Freundin hatte, die mir immer wieder gesagt hat.
00:02:32: Tanja bei so einer langen und guten Beziehung wie du und dein Mann, wie ihr das hattet.
00:02:41: Da dauert es!
00:02:43: Es ist nicht gleich vorbei ... ähm... Die Trauer ja?
00:02:50: Wir beerdigen den Menschen nicht und dann ist unser altes Leben vergessen.
00:02:53: Und wir starten einfach neu durch, so funktioniert es
00:02:56: nicht.".
00:02:57: Ich kann dir gar nichts sagen obwohl ich ihr in dem Moment geglaubt habe und auch nachvollziehen könnte was sie gesagt hat.
00:03:10: wenn sie aber weg war am Abend und ich wieder alleine war Aber an meine Gedanken wieder da.
00:03:15: Du solltest schon weiter sein, es sollte nicht mehr so wehtun und so weiter und
00:03:20: sofort.".
00:03:21: Und vielleicht geht's dir ja gerade genauso?
00:03:24: Denn ganz oft ist nicht die Trauer selbst das Problem und was es so schwer macht.
00:03:35: Die Schwer wird unsere Trauer durch unsere Gedanken Darüber, wie wir über unsere Trauer denken.
00:03:42: Das ist eine Zuse, also es nicht das alleinige Schwere aber es macht die Trauer zusätzlich schwer und ich möchte dir jetzt sechs konkrete Denkmuster vorstellen in die wir durch unsere Gedanken in der Trauer oft ja zusätzliche Schwere hineinbringen und wo wir auch nur mit großer Anstrengung wieder rauskommen können.
00:04:11: Das erste Denkmuster beginnt mit Hätte ich doch, hätte ich mich doch mehr um ihn gekümmert?
00:04:20: Hätte Ich Mich Doch Mehr eingebracht?
00:04:25: Wäre ich doch mehr für sie da gewesen?
00:04:28: Hätt ich öfter mit ihr gemeinsam Dinge unternommen und sie nicht immer alleine machen lassen.
00:04:36: Ja, das ist auch bei mir gibt es auch einen von diesen hätte ich setzen.
00:04:42: der hat jetzt nicht so sehr mit Schuld gefühlen zu tun sondern eher mit diesem ja schon mit der Traurigkeit mit diesem.
00:04:49: Es ist schade weil Ich habe mir ganz ganz oft und bis heute denke ich mir Hätte ich doch mehr mit meinem Mann gelacht, der hatte immer so ein paar Standard-Witze und fand die wahnsinnig komisch.
00:05:05: Und ich habe da immer noch mit zum HH geantwortet.
00:05:08: Da denke ich mir heute halt... Was hätte es mich denn gekostet?
00:05:12: Mitzulachen!
00:05:14: Mich mit ihm zu freuen.
00:05:17: Ja bei vielen Trauerenden verbirgt sich hinter dem Hätte ich Aber nicht so eine Traudigkeit, sondern sind vielmehr Schuldgefühle und die lagern dann nämlich zusätzlich zu der Trauer auf uns und unserem Schmerz.
00:05:35: Und diese Schuldgefüle entstehen eben in dem Rückblick.
00:05:42: Bitte wenn es dir so geht dass einer dieser Sätze auftaucht hätte ich mich doch mehr gekümmert.
00:05:47: beispielsweise Dann vergesst nicht das wir heute mehr wissen als wir damals wissen konnten.
00:05:55: Wir wussten einfach nicht, wie das Leben weitergeht oder eben auch nicht.
00:06:01: Hinter dem hätte ich – da steckt auch ganz oft der Wunsch sich die Kontrolle über etwas zurückzuholen was ja nichts zu kontrollieren war.
00:06:14: Wenn man solche Sätze hören wie wäre ich nicht vom Bett aufgestanden und nicht im Zimmer gewesen dann würde sie heute noch leben Hätte ich gesagt, bleib zu Hause dann wäre nie aufgebrochen und nie in den Unfall verfickelt worden.
00:06:33: Lass das mal auf dich wirken!
00:06:36: Wenn du es bei dir auch bemerkst, erinnere dich dran.
00:06:41: Das ist ein Denkmuster, dass dir helfen will im Nachhinein etwas zu kontrollieren was du nicht wissen konntest und was auch gar nichts zu kontrolliern war.
00:06:56: Ich müsste längst darüber hinweg sein, so wie ich es eben vorhin beschrieben habe bei mir selbst.
00:07:01: Es sollte mir längst besser gehen.
00:07:03: So wie ich das bei mir ... Ich sollte längst weiter sein und da weiß ich heute auch die Trauer, die folgt keinem festen Zeitplan.
00:07:16: Auch wenn uns der Umgebung das oft ganz gerne möchte weil sie wollen ja dass wir wieder so sind wie vorher.
00:07:24: Wann ist es denn vorbei?
00:07:27: Also das kann man halt leider so nicht sagen.
00:07:31: Und auch wenn's da gewisse Phasen und Stufenmodelle der Trauer gibt, die hast du ja bestimmt... Wenn du dich schon mit dem Thema Trauer ein bisschen beschäftigt hast bis zu den bestimmten Begegneten.
00:07:42: Die suggerieren uns das ja auch.
00:07:44: Wenn ich alle Stufen geschafft habe, wenn ich alle Phasend hinter mir hab dann ist die Trauer geschafft!
00:07:52: Ja Da kann ich jetzt an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, mit diesem Mythos der Trauerphasen aufzuräumen.
00:07:59: Denn Elisabeth Kübler-Ross, die ja auf die das zurückgeht hat ihre Trauerphasen nie als feste unabänderliche Reihenfolge.
00:08:12: gemeint, sondern sie hat eher versucht eben einzelne Phasen zu beschreiben.
00:08:18: Sie hat eher versucht zu verstehen was passiert denn da in uns.
00:08:23: und das darfst du auch wenn du dich in der einen oder anderen Phase wiedererkennst vielleicht sagen aha!
00:08:29: Das passiert jetzt gerade in mir aber eben nicht.
00:08:32: ach so bei mir passiert nur dass jetzt fehlt noch Stufe zwei und Stufe vier.
00:08:37: oh je oh je und ich bin schon zum dritten mal ein.
00:08:38: Stufe drei beispielsweise.
00:08:42: Das wünsche ich mir nicht von dir.
00:08:44: Ich wünsche dir, dass du im Gegenteil diese Art von Denken hinter dir lassen kannst.
00:08:52: Na komm mal zum dritten Denkmuster!
00:08:54: Andere haben es ja viel schlimmer.
00:08:56: auch das ist ein Satz den hör' ich ganz oft.
00:09:00: eine andere Version davon lautet Mir geht's doch eigentlich gut.
00:09:04: Ja Es geht dir vielleicht wirtschaftlich gut und ja Du hast noch Kinder, du bist nicht ganz allein.
00:09:11: Du hast vielleicht auch noch Eltern oder Geschwister.
00:09:14: aber das hat doch nichts mit dem Gefühl von deinem Verlust zu tun!
00:09:18: Das sind ja zwei unterschiedliche Dinge.
00:09:21: wenn wir die eigene Trauer, unsere Trauer mit der Trauer von anderen Menschen vergleichen.
00:09:28: Dann machen wir unsere eigenen Trauer klein.
00:09:30: und dann du merkst es schon an meiner Stimme das mag ich überhaupt nicht!
00:09:35: Ich bin da vollkommen dagegen denn deine Trauer darf sein, du darfst traurig sein und wenn du etwas oder jemandem wertvoll verloren hast Du hast das Recht zu trauern.
00:09:52: und bitte vergesst es nicht Das vierte Denkmuster.
00:09:57: Es gibt Gedanken, die halten uns geradezu fest in unserer Trauer.
00:10:03: Die halten uns fast gefangen.
00:10:06: also wenn du da an die Woche, an die Podcastfolge von letzter Woche denkst ja wo ist unseren Rettungsring gegen in der Trauer?
00:10:15: es gibt Gedanken die halten und im Wasser und am Rettungssring fest nie an Landschaften.
00:10:26: Hör doch mal genau hin, wenn ich jetzt den folgenden Satz sage!
00:10:32: Wenn ich aufhöre zu leiden, vergesse ich sie und höre auch den jetzfolgenden Satz an.
00:10:43: Wenn die Trauer nicht mehr wehtut dann verschwindet er aus meinem
00:10:48: Leben.".
00:10:51: Ah das ist bitter... denn wenn wir solche Gedanken haben und es dann auch irgendwann fühlen diese Gedanken dann scheint nur noch der Schmerz ein Beweis von unserer Liebe zu sein.
00:11:06: Und gar nicht mehr die Liebe, es hat gar nicht mal die Liebe gekraft, sondern nur noch den Schmerzen überwiegt alles!
00:11:14: Was ich dir sagen kann aus meiner eigenen langjährigen Erfahrung – Die Verbindung zu unserem geliebten verstorbenen Wesen bleibt auch wenn der Scherz leiser wird.
00:11:29: Auch wenn du dir das jetzt vielleicht so überhaupt nicht vorstellen kannst und du auch große Angst, dass ich kenne diese Angst die damit verbunden ist.
00:11:39: Du kannst wenn der Schmerz geht und die Liebe wieder überwiegend darf dann kannst du vielleicht sogar eine ganz neue Qualität deiner Verbindung und Liebe zu deinem geliebten Wesen wahrnehmen.
00:11:57: Damit es passieren kann dürfen wir uns aber trauen uns nicht so sehr im Schmerz festzubeißen, formuliere ich jetzt mal.
00:12:10: Ich denke wenn dich das betrifft dann verstehst du was ich meine?
00:12:15: Ja komme zum fünften Denken musst und das ist auch sehr traurig Denn viele Trauernde denken Wenn ich um ein geliebtes Wesen traure Dann darf ich nicht mehr lachen.
00:12:29: Als Trauernder darf ich Nicht glücklich sein!
00:12:33: Wenn ich traure darf ich keine schöne Momente habe.
00:12:37: Da sind sie wieder, die Schuldgefühle, die hinter diesen Worten und Gedanken stecken.
00:12:40: Bei jedem guten Moment tauchen die auf!
00:12:44: Wenn wir uns da jetzt aber mal das duale Prozessmodell der Trauer von Ströbe- und Schutt anschauen... ...da ist eine andere Vorstellung zentral und die gefällt mir sehr gut, denn eine gesunde Trauer pendelt hin und her zwischen den Hinwänden zu unserem Verlust und zu dem Hinwenden zum Leben, zu unserem neuen Leben.
00:13:13: Und beides gehört dazu!
00:13:16: Beides ist in Ordnung und beides wird auch bleiben.
00:13:20: Dieses Pendel hin zur Trauer das wird nie ganz verschwinden und du darfst weinen um gleichzeitig leichte und schöne Momente haben.
00:13:32: die wünsche ich dir dass du auch in der Zeit Wenn du vielleicht gerade direkt in einem schweren Verlust steckst, in der tiefsten Trauer steckest.
00:13:43: auch du darfst schöne Momente haben.
00:13:46: Auch du darfest glückliche Momente habe.
00:13:49: Einfach auch mal um einen Moment zu verschnaufen!
00:13:56: Ja... Das sechste Denkenmuster das war bei mir sehr ausgeprägt wie übrigens bei vielen Witwien mit Kindern Denn in mir drin, da war dieses unabänderliche Gefühl und auch dieser Satz Ich muss stark sein für die Kinder.
00:14:17: In meinem Beruf, für meine Familie.
00:14:21: Für mich auch!
00:14:22: Ich muss immer stark sein.
00:14:24: doch wer immer stark ist der braucht alle Kraft.
00:14:29: irgendwann nur noch alle Kraft wird diese stark sein?
00:14:34: ja und unsere Trauer ist ja an sich schon sehr, sehr anstrengend.
00:14:39: Die Trauer allein braucht schon unsere Energie und wenn wir aber diese Energie vollkommen in den Starksein investieren dann kann es entweder passieren dass wir gar nicht mehr trauen oder eben das wir in der Trauer feststecken weil wir keine Energie für die eigentliche Trauerarbeit mehr haben weil uns diese Energie dann fehlt Keine Kapazitäten mehr für deine eigentlich wichtigste Aufgabe im Moment hast, zu trauern.
00:15:16: Und auch hier wir können stark sein und gleichzeitig trauerm.
00:15:23: Wir können stark seien und dürfen uns um Starksein ausruhen und schwache Momente haben.
00:15:30: Das dürfen wir – das ist sogar wichtig!
00:15:35: Trauern heißt fühlen.
00:15:38: Trauer ist ein Gefühl, eine Körperwahrnehmung auch und Grübeln heißt im Kopf sein.
00:15:47: Im Kopf Gedankenkreise ziehen und ganz oft drehen sich diese Kreise um das große Warum?
00:15:58: Und auf dieses große Warum kann auch ich dir keine Antwort geben denn es gibt auf das Warum keine Antwort!
00:16:07: Die verbindet Anhalten des Grübeln ja auch mit einer länger andauernden schweren Trauer.
00:16:17: Also verstehe mich jetzt bitte nicht falsch, natürlich grübelnen wir in unserer Trauer!
00:16:23: Natürlich fühlt sich das für uns andauerend an aber wenn du merkst dass es eben länger geht und schon sehr tief geht dieses Grübeln dann halt mal inne und vielleicht möchtest auch jetzt mit mir zusammen mal machen.
00:16:40: Mal für einen Moment hinspüren, für dich und ich mal fragen.
00:16:50: Wenn ich meine Trauer gerade wahrnehme, fühle ich oder drehen sich meine Gedanken im Kreis?
00:17:05: Und wenn du jetzt merkst dass sich deine Trauer eher in endlosen Gedankenschleifen zeigt anstatt im wirklichen Fühlen der Trauer.
00:17:16: Dann ist es vielleicht anders, für dich meinen Ansatz genauer kennen zu lernen, bewegt trauern dann werden reden und denken kann man ergänzen nicht mehr hilft.
00:17:28: und ein guter Start.
00:17:29: meinem Ansatz um meine Arbeit genauer kennenzulernen ist mein neues Live-Webinar.
00:17:34: Komm doch dazu!
00:17:35: Hör mich live und erfahr alles um das Thema Trauer unter dem besonderen Aspekt allein gelassen mit dem Schmerz, wenn da nur die Trauer und du sind.
00:17:50: Und natürlich haben wir im Webinar auch Platz für dich Gedanken, für deinen Gedankenkarussell in deinem Kopf!
00:17:59: Das werde ich auch mit thematisieren.
00:18:01: Das Webinar findet am Donnerstag, den Oktober der Fünfzehnte, zwei Tausend sechsundzwanzig statt.
00:18:08: Sei dabei, um neunzehn Uhr geht's los.
00:18:11: Alle Infos und den Link zur Anmeldung findest du in den Show-Notes!
00:18:16: Ich freue mich auf dich so und damit komme ich zum Ende für die heutige Folge und ich freue mich wenn wir uns nächste Woche hier im Podcast wieder hören oder auf YouTube wiedersehen.
00:18:27: bis dahin herzliche und bewegte Grüße deine Tanja.
00:18:32: Und wenn dir mein Podcast gefallen hat, dann abonniere doch diesen Kanal wo auch immer du den Podcast hörst.
00:18:40: Denn das ist hilfreich für mich!
00:18:42: Dann wird der Podcast mehr ausgespielt und es ist auch hilfreich für andere Trauernde, denn dann können die den Podcast leichter finden.
00:18:53: Wenn du mir über meine Arbeit wissen möchtest findest du mehr Informationen auf meiner Webseite www.bewegt Und da kannst du dir auch meinen wöchentlichen Newsletter holen.
00:19:06: und du findest mich auf den sozialen Medien bei Instagram, Facebook und LinkedIn.